PRESSEERKLÄRUNG: 92/2807-2016

demo-koln

Ankara trägt zum Scheitern der Integration in Deutschland bei

„Mit der Pro-Erdogan Demonstration in Köln tragen wir die Integrationspolitik dieses Landes zu Grabe“. Cahit Başar von der Kurdischen Gemeinde Deutschland findet deutliche Worte für die Entwicklung unter den türkeistämmigen Zuwanderern.

Tausende Menschen, viele von ihnen in zweiter, dritter oder gar vierter Generation in Deutschland lebend, werden aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Sie werden nicht für Deutschland, nicht für diese Gesellschaft, nicht für mehr soziale Gerechtigkeit auf die Straße gehen, sondern sich mit einem Regierungsstil solidarisieren, der immer weniger Gemeinsamkeit mit den freiheitlich-demokratischen Grundwerten Europas habe. Unlängst haben sich führende EU-Politiker und Menschenrechtsorganisationen kritisch über die Entwicklung in der Türkei geäussert und vor einer Diktatur gewarnt. „Dass nun tausende von Menschen für eine Diktatur auf die Straße gehen, ist schlichtweg nicht nachvollziehbar“ so Başar.

Dabei hätte der Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland nichts dagegen, wenn man gegen den Putschversuch auf die Straße ginge, denn er war zweifelsohne antidemokratisch. Doch kann die Antwort darauf nicht eine Art Gegenputsch sein, der die Gleichschaltung der Gesellschaft zum Ziel hat.

Die Integrationspolitik ist in Teilen der Zuwanderergruppen gescheitert. Başar: „Wir stehen vor einem Scherbenhaufen“. Die Konflikte aus der Türkei werden eins zu eins nach Deutschland hinein getragen. Dabei hätte unsere demokratisch-pluralistische Gesellschaft uns allen eine gute Basis geboten, aufeinander zuzugehen und unser Miteinander nicht von aussen vergiften zu lassen.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland wird zu keiner Gegendemonstration am Samstag in Köln aufrufen. Zum einen möchten wir die Erdogan-Anhänger dadurch nicht aufwerten, zum anderen möchten wir nicht, dass Deutsch-Kurden im Zusammenhang mit Gewalt erwähnt werden.