Aufruf zur Gewaltfreiheit!

PRESSEERKLÄRUNG: 95/1808-2016

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Aufruf zur Gewaltfreiheirt!

Beim Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) im Irak, in Syrien und in Kurdistan haben die Kurden sich eindrucksvoll als strategische Partner des Westens bewiesen und damit die Sympathien vieler Menschen auch in Deutschland gewonnen.

Mehr als 1,2 Millionen Kurdinnen und Kurden aus allen Teilen Kurdistans sind in Deutschland heimisch und fühlen sich mehrheitlich als Teil der deutschen Gesellschaft, auch wenn sie voller Sorge auf die Lage ihrer Geschwister in der Türkei blicken.

„Wir beobachten in den letzten Tagen mit Sorge die Besetzungen durch meist kurdische Jugendlichen in Deutschland und Österreich, wie das WDR-Büro in Düsseldorf, eine Kirche in Hamburg oder das Zentrum des österreichischen Fernsehens ORF in Wien, um auf die aktuelle Lage der Kurden in der Türkei oder auf die Situation des inhaftierten PKK-Führers Öcalan aufmerksam zu machen“, erklärte Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland.

Toprak fordert die PKK nahestehende Gruppen auf, „den kurdischen Konflikt nicht wie in den 90’er Jahren auf deutschen Straßen auszutragen. Wer das macht, schadet dem berechtigten Anliegen des kurdischen Volkes auf Freiheit und Gleichberechtigung. Das Demonstrationsrecht bleibt auch für uns alle ein sehr hohes Gut. Aber wer in Deutschland die Grenzen der Demonstrationsfreiheit verletzt, macht sich unglaubwürdig und schadet seinem demokratischen Anliegen“.

„Die oben genannten Aktionen sind unserer Meinung nach kontraproduktiv und schaden dem berechtigten Anliegen der Kurdinnen und Kurden. Wer in einem demokratischen Land mit solchen Aktionen versucht sein Recht durchzusetzen, stört die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die diese Demokratie mit all ihren Freiheiten stützt. Damit Deutschland für uns ein Ort der Freiheit bleibt, sollten wir dieses Gut nicht nur respektieren, sondern auch stützen und auf jede gewalttätige Aktion verzichten“, so Toprak weiter.

Weder ein „Stellvertreter-Krieg“ auf deutschem Boden noch eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen verschiedenen politischen oder ethnischen Gruppen kann in unserem Interesse sein und wird von der Kurdischen Gemeinde Deutschland mit aller Konsequenz abgelehnt.