Treffen der KGD mit Nehad Latif Salim Qoja, dem Bürgermeister von Arbil/Erbil (Hewlêr)

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Nehad Latif Salim Qoja, Aram Ahmad

 

Anknüpfend an die Gespräche im Januar 2015 traf sich die KGD e.V. heute, am 27.11.15, mit Nehad Latif Salim Qoja, dem Bürgermeister von Erbil/Arbil (Hewlêr) in Bonn. Vertreten wurde die KGD von Aram Ahmad.

Im Vordergrund der Konsultation stand die aktuelle Lage der Kurden im Nahen Osten. Herr Qoja berichtete von den jüngsten Erfolgen der Kurden in Şingal. Şingal ist zwar befreit worden, jedoch braucht es internationale Unterstützung für den Wiederaufbauprozess. Besonders beeinträchtigt ist die Infrastruktur, die vielerorts aufgrund der Bombardements gegen den IS entweder teilweise oder vollständig zerstört wurde. Mit der Befreiung Şingals stehen rund 98 % der umstrittenen Gebiete, inklusive Kirkuk, jetzt unter kurdischer Kontrolle und Verwaltung. Aus kurdischer Sicht sind nun Fakten geschaffen worden und der Artikel 140 der irakischen Verfassung, auf dessen Umsetzung die Kurden stets gepocht haben, wird als weitestgehend erledigt betrachtet. Ein Rückzug aus diesen Gebieten wird es dementsprechend nicht geben. Sie bilden nun zusammen die neue Autonome Region Kurdistan mit vergrößertem Territorium und Bevölkerung.

Der Bürgermeister machte auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung sowie die noch ausstehenden Zahlungen von der irakischen Zentralregierung an die Autonome Region Kurdistan in Nordirak aufmerksam, was die Krise in Kurdistan verschärfte. Neben den bisherigen Ölverkäufen könnte bald auch mit dem Verkauf kurdischen Gases begonnen werden, um die wirtschaftliche Krise zu überwinden. Es wurde deutlich, dass die Kurden in Kurdistan der Bundesrepublik Deutschland sehr dankbar sind für die humanitäre und militärische Hilfe in der Flüchtlingskrise und besonders im Kampf gegen die Terrororganisation IS. Kurdistan ist jedoch weiterhin auf internationale Hilfe und Unterstützung angewiesen, die nicht wegfallen darf.

Weiter wurde diskutiert, Städtepartnerschaften zwischen kurdischen und deutschen Städten zu schaffen, um auch den politisch-kulturellen Austausch zu ermöglichen. Langfristig ist eine Delegationsreise der KGD nach Südkurdistan geplant, um den Austausch zwischen den Deutsch-Kurden und der kurdischen Regionalregierung zu ermöglichen sowie ein eigenes Bild über die Lage und Entwicklung in der Autonomen Region Kurdistan zu verschaffen.