Die Kurdische Gemeinde Deutschland verurteilt den barbarischen Anschlag in Istanbul

PRESSEERKLÄRUNG: 71/ 1301-2016

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Der Attentäter hat ganz bewusst eine große Opferzahl unter deutschen Touristen in Kauf genommen kommentiert Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland den Anschlag.

Dieser trage die Handschrift der Terrororganisation IS, die sich unlängst gegen ihre bisherige Schutzmacht die Türkei gewandt habe, seitdem Ankara auf internationalen Druck hin sich der Anti IS- Koalition anschließen und zumindest ihre offenkundige Unterstützung einstellen musste. Trotz dieser Hinweise rät der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde die Untersuchungsergebnisse abzuwarten, er wäre auch nicht überrascht, wenn türkische Geheimdienste ihre Finger im Spiel hätten, um die Türkei als „Opfer“ von Terrororganisationen darzustellen. Somit würde Ankara den Krieg gegen die Kurden weiterhin zu legitimieren und zugleich die schweren Vorwürfe aus Moskau zu entkräften versuchen.

Russlands Präsident Putin hatte mehrfach auf die türkische Unterstützung für die IS-Terroristen und die Ölgeschäfte zwischen der IS und der Türkei hingewiesen.

Der erneute Anschlag und die jüngste Aussage des türkischen Staatspräsidenten belegen, dass die Türkei kein sicheres Reiseland ist. Unmittelbar nach dem Anschlag in Istanbul hat Erdogan erklärt, die Türkei sei das Ziel aller Terrororganisation im Nahen Osten.

Auch die umfangreiche Militäroffensive der türkischen Armee gegen die kurdische Bevölkerung in zahlreichen Städten der kurdischen Gebiete hat die Sicherheitslage in der Türkei dramatisch verschlechtert.

Als unverantwortlich empfindet Toprak daher die Zurückhaltung des Auswärtigen Amtes bei der Einschätzung der Sicherheitslage in der Türkei.
„Spätestens jetzt muss eine generelle Reisewarnung für deutsche Staatsbürger ausgesprochen werden, in die Türkei zu reisen ist mit erheblichen Risiken verbunden“ so Toprak in einer ersten Stellungnahme.

Unsere Gedanken sind ebenso bei den Familien der Opfer des Anschlags in Istanbul, als auch bei denen, die durch den Kriegseinsatz in den kurdischen Provinzen ums Leben gekommen sind.