Europa muss handeln- jetzt! Kurdinnen und Kurden in Deutschland in Sorge um Kobane

PE-KGD-IS-EU
PRESSEMITTEILUNG: 27/0810-2014

Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) rückt immer weiter vor. Die Lage in West-Kurdistan (Nordsyrien) wird immer dramatischer, besonders schlimm steht es um die Stadt Kobane. Kurdinnen und Kurden hierzulande sorgen sich um die Menschen in der umkämpften Stadt und in der Region.

Angesichts dieser furchterregenden Lage und der Gräueltaten der IS-Terroristen finden in Deutschland und anderen europäischen Ländern dieser Tage zahlreiche Aktionen von Kurdinnen und Kurden statt. Sie wollen auf das Schicksal der Menschen in Kobane und in Kurdistan aufmerksam machen und fordern ihre jeweiligen Regierungen auf, die kurdische Bevölkerung im Kampf gegen den IS zu unterstützen.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland e.V. erklärt sich mit der Bevölkerung in Kobane und ihrem Widerstand gegen den islamistischen Terror solidarisch und unterstützt die friedlichen Protestkundgebungen hierzulande ausdrücklich.

Es liegt in der Hand der westlichen Demokratien, ein erneutes Massaker und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verhindern. Die islamistischen Terroristen der IS müssen in Kobane gestoppt werden. Über 1,5 Millionen Kurdinnen und Kurden in der Europäischen Union verlangen mit Nachdruck ein schnelles Eingreifen ihrer Regierungen. Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland stellt eine wachsende Wut und Ohnmacht unter Kurdinnen und Kurden in Deutschland und anderswo fest, die fassungslos die Entwicklungen in Kobane, wo tausende Menschen ihrem sicheren Tod überlassen werden, verfolgen. Daher ist es nach dem Vorsitzenden der Kurdischen Gemeinde sehr wichtig und richtig, dass hier in Deutschland, wo eine Million Kurdinnen und Kurden leben, auf die dramatische Lage in Kobane aufmerksam gemacht wird. Die Bundesregierung muss, gemeinsam mit europäischen und transatlantischen Verbündeten schnell einzugreifen.

Als äußerst perfide bewertet Toprak das Handeln des NATO-Partners Türkei. Die türkische Regierung hat den IS in den vergangenen Jahren tatkräftig unterstützt und den Terroristen militärische und logistische Hilfe geleistet. In der Logik der Türkei ist die Tragödie in Kobane eine willkommene Gelegenheit, in der IS- Terroristen stellvertretend für die türkische Armee die kurdischen Milizen auszuschalten versuchen.

Die hermetische Abriegelung der Grenzübergänge verhindert, dass Flüchtlinge in die Türkei und andere Staaten fliehen können. Seit einigen Tagen hat das türkische Militär Panzer in Sichtweite der Stadt Kobane postiert und schaut dem Gemetzel der IS-Terroristen zu.

Doch auch das bisherige Handeln der Vereinigten Staaten ist kritisch zu hinterfragen. Da die kurdischen Verteidigungskräfte in Kobane der Türkei ein Dorn im Auge sind, greifen die US- Kampfflugzeuge in Kobane nicht energisch genug an um den zwielichtigen Bündnispartner nicht zu verprellen.

Wir fordern die sogenannte Koalition gegen IS auf, auch den Kurden in West-Kurdistan dringende militärische und humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.