Das Selbstbestimmungsrecht der Kurdinnen und Kurden achten, den Nahen Osten neu denken!

Claudia Roth Vize Präsidentin des Bundestags mit Berivan Aymaz, Stadträtin in Köln

Claudia Roth Vize Präsidentin des Bundestags mit Berivan Aymaz, Stadträtin in Köln

 

Auf Einladung des Kreisverbandes Köln der Bündnis 90/ Die Grünen nahmen Jinda Ataman (Mitglied im Bundesvorstand) und Cahit Basar, Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland am 29.Oktober an einem Gespräch mit der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth teil. Frau Roth berichtete eindruckvoll von ihren Erfahrungen und Begegnungen in Nord- und Südkurdistan.20141029_222545 Sie bestätigte die große humanitäre Katastrophe, der die Kurdische Bevölkerung in Syrien und Nord-Irak ausgesetzt sei und kritisierte die geringe Anteilnahme der Weltgemeinschaft, die dazu geführt habe, dass die UN- Flüchtlingsorganisatiion UNHCR aufgrund fehlender finanzieller Unterstützung die Hilfe in Kurdistan um 40% reduzieren müsse. Der bevorstehende Winter wird somit für Millionen Menschen zu einer Todesfälle.

Angesichts der dramatischen Entwicklungen verdeutlichte Cahit Basar in seinem Redebeitrag, dass der Nahe Osten neu gedacht werden müsse. Angesichtsdessen, dass das kurdische Volk in den letzten 100 Jahren zu keinem Zeitpunkt in Sicherheit und Frieden leben und keine Heimat haben durfte, wäre es nunmehr das Gebot der Stunde, das Selbstbestimmungsrecht des kurdischen Volkes zu achten und ihr Selbstbestimmungsrecht nicht mehr der territorialen Integrität defekter Staaten unterzuordnen.

Die von Frankreich und Großbritannien initiierten Gründungen des Irak und Syriens sowie die willkürlichen Grenzziehungen hätten die Kurden nicht zu verantworten. Daher sollte die Weltgemeinschaft nicht länger die Achtung dieser Grenzen ausgerechnet von den Kurden erwarten.

Im Übrigen teilen immer mehr Politiker und Gelehrte verschiedener Staaten die Auffassung, dass es an der Zeit wäre, den Kurden ihr Recht auf Selbstbestimmung zu zugestehen.