Die 51.Münchener Sicherheitskonferenz 2015 könnte in die Geschichte eingehen!

RESSEMITTEILUNG: 37/0502-2015

2015-PE-37

Die 51.Münchener Sicherheitskonferenz 2015 könnte in die Geschichte eingehen!

Den Terror besiegen, den Nahen Osten neu denken!

„Den Nahen Osten neu denken“ fordert Mehmet Tanriverdi, stellvertretender Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland (KGD). Anlässlich der in München stattfindenden Sicherheitskonferenz verweist er auf die Millionen Flüchtlinge die in Syrien und im Irak Opfer defekter Staaten und Diktaturen sowie islamistischer Terroristen geworden sind. „Eine traumarisierte Generation“ nennt Tanriverdi die Menschen, die schlimmste Verbrechen und schmerzliche Verluste erfahren mussten.

Dass die Autonome Region Kurdistan (auch Südkurdistan, kurz KRG) im Nordirak sowie die drei kurdisch selbstverwalteten Kantone (auch Rojava, zu dt. Westkurdistan) trotz aller Angriffe bisher „Oasen der Freiheit“ bleiben konnten, ist unter anderem der großen Anstrengung und der tatkräftigen Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland und der Vereinigten Staaten von Amerika zu verdanken. Bezeichnend findet Tanriverdi, dass hunderttausende verfolgte arabische Christen und Kurden jesidischen Glaubens in Süd- und Westkurdistan Zuflucht und Schutz gesucht und gefunden hätten.

„Die Kurdinnen und Kurden in Syrien und Irak haben nicht nur Flüchtlinge aufgenommen, sondern sie haben auch ihre Heimat, ihre Selbstverwaltung und die universellen Menschenrechte verteidigt“ hebt Mehmet Tanriverdi hervor. Er führt aus, dass das kurdische Volk niemals in seiner Geschichte unter fremder Herrschaft Frieden und Sicherheit hat erfahren dürfen. Vielmehr waren die Kurden systematischen Verfolgungen und Massakern ausgesetzt. Dies habe, so Tanriverdi weiter, die Kurden über Generationen geprägt und zu Verfechtern demokratisch-freiheitlicher Grundordnungen gemacht.

Speziell der kurdische Teil des Iraks bemüht sich seit dem Niedergang des Saddam Regimes um demokratische Strukturen nach westlichem Vorbild und ist erfolgreich in der Etablierung einer liberalen und säkularen Gesellschaftsstruktur, worin Christen, Jesiden und Muslime in friedlicher Gemeinschaft leben können. Bereits im Anschluss an die US-Amerikanische Invasion hat die Autonome Region Kurdistan unter der Führung ihres Präsidenten, Masoud Barzanî, zehntausenden Flüchtlingen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen einen sicheren Lebensraum geboten, während im Rest des Landes ein unerbittlicher Bürgerkrieg zwischen westlichen/irakischen Streitkräften, nationalistischen Widerstandskämpfern und islamistischen Radikalen fortwährte. Mit der Ausbreitung der menschenverachtenden Terrorgruppe des „Islamischen Staats“ (IS) im Irak und Syrien hat sich die Lage zuletzt dramatisch verschärft, worunter erneut in allererster Linie die Minderheiten der Region am meisten leiden müssen.

Die KRG hat bei etwa 5,3 Millionen Einwohnern innerhalb kürzester Zeit nahezu zwei Millionen Vertriebene aufgenommen. Präsident Barzanî, der selbst Gast der 51.Münchener Sicherheitskonferenz ist, beschreibt das Engagement seines Landes voller Empathie folgenderweise:
„Es ist sehr traurig mit ansehen zu müssen, dass viele Menschen im Irak und Syrien wegen der herrschenden Diktatur in diesen Ländern ihre Heimat verlassen müssen. Die Regionalregierung Kurdistans und insbesondere das kurdische Volk haben bis heute jegliche Hilfe für die Bedürftigen geleistet und werden es weiterhin tun, denn für uns Kurden haben die humanitären Werte die höchste Priorität. Unsere Türen stehen jedem Bedürftigen offen“.

Die Internationale Gemeinschaft sollte unbedingt den Nahen Osten neu denken und dem kurdischen Volk einen würdigen Platz in der Reihe freier Völker und Staaten einräumen. „Lassen Sie uns die demokratisch gewählte kurdische Regionalregierung dazu motivieren in einer als Pulverfass geltenden Region an ihrer demokratischen und fortschrittlichen Politik festzuhalten und neue Reformen einzuleiten, damit ein ‚Zukunftsmodell Kurdistan‘ für diverse Minderheiten und Religionsgemeinschaften eine friedlicher Ort bleibt. Die Zeit dafür ist schon lange überfällig. Die Münchener Sicherheitskonferenz hat jetzt die Gelegenheit dazu perspektivisch historische Entscheidungen vorzubereiten, z. B. eine Geberkonferenz für den Wiederaufbau der zerstörten Städte Kurdistans“, so Tanriverdi abschließend.