Die Kurdische Gemeinde Deutschland gedenkt den Opfern des Dersim-Genozids von 1937-1938

dersim
Während die Weltöffentlichkeit in den Jahren 1936 bis 1939 gebannt auf den Bürgerkrieg in Spanien, die Invasion des faschistischen Italien in Äthiopien und den chinesisch-japanischen Krieg schaute, interessierte niemanden, was damals in Kurdistan geschah. Die internationale Presse übernahm die Türkische Propaganda und verkündete, dass es sich bei dem kurdischen Volksaufstand in der Region Dersim um eine Rebellion gegen die Modernisierung, Reform und Bildung handle.

Dersim ist eine gebirgige Region in Kurdistan, im Osten der Türkei, die von Kurden alevitischen Glaubens bewohnt wird. Es ist bis heute kaum bekannt, dass zeitgleich das Türkische Militär in dieser Region vor 77 Jahren eine radikale Vernichtungsaktion gegen die kurdischen Aleviten in Dersim durchführte, bei der Abertausende getötet und genauso viele zwangsumgesiedelt wurden.

Die Dersimer nennen die Massaker „Tertele“ (Vernichtung). Sie messen ihnen eine ähnliche Bedeutung zu wie die benachbarten Armenier dem Völkermord von 1915 im Osmanischen Reich. Es gibt in der Region wohl keine Familie, die nicht unter Mord oder Deportation gelitten hat.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland schließt sich den Forderungen der Opferangehörigen aus Dersim an, und fordert von der türkischen Regierung ein Dokumentationszentrum des Völkermords in Dersim, Denkmäler, Gedenktage einzurichten und Änderungen in den Schulbüchern vorzunehmen und angemessene Entschädigungen für die Opfer und deren Angehörige.