Für Integration braucht man den Willen und Werte

PRESSEMITTEILUNG 188/1306-2018

Pressemitteilung anlässlich des 10. Integrationsgipfels in Berlin

Für Integration braucht man den Willen und Werte

Der heute zum zehnten Mal im Bundeskanzleramt stattfindende Integrationsgipfel wird von einer Wertedebatte überlagert. Im Gespräch zu bleiben und den Dialog fortzuführen, sind die eigentlichen Stärken des Integrationsgipfels. Die Bundesregierung sowie die Organisationen und Verbände der Migranten und der Migrationsarbeit nutzen das Forum, um Akzentuierungen in der Integrationsarbeit zu setzen.

Große Hoffnung setzt Cahit Başar, Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland auf die neue Staatsministerin für Integration, Frau Annette Widmann-Mauz. Başar: „Frau Widmann-Mauz könnte Klarheit in diese Diskussion bringen, indem sie die Wertediskussion nicht politischen Extremisten überlässt, sondern in die demokratische Mitte holt.“ Dabei darf jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass über Grundwerte, wie Menschen-, Frauen- und Kinderrechte, neu verhandelt werden könne. Basar: „Der Schutz des Menschen, die Anerkennung der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie Respekt und Toleranz gegenüber der Individualität des Anderen sind nicht verhandelbar.“ Hieran müssen sich die Migrantenorganisationen messen lassen. Başar: „Die Messlatte der Grundwerte ist nicht hoch, sondern eine Selbstverständlichkeit.“

Den Umstand, dass sich die Migrantenorganisationen nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen konnten, ist ein gutes Zeichen dafür, dass diese ebenso vielschichtig und unterschiedlich sind wie die deutsche Mehrheitsgesellschaft selbst. Der Kurdischen Gemeinde Deutschland, die die Erklärung nicht unterzeichnet hatte, fehlte darin eine selbstkritische Stellungnahme der Migrantenorganisationen zu Missständen in den eigenen Reihen. Rassismus und Antisemitismus werden in der Erklärung hauptsächlich der deutschen Mehrheitsbevölkerung zugeschrieben, und von ihr wird auch die Bereitschaft zur interkulturellen Öffnung erwartet. Başar: „Zum Gespräch und Dialog gehört auch, dass sich alle Beteiligten bewegen. Ohne den Willen zur Integration können keine Werte vermittelt werden.“