„Medizin für Rojava“ vermeldet Erfolg

Ankunft des LKWs-Konvois an der Grenze zu Nordsyrien/Rojava. Als Folge der Grenzblockade durch den türkischen Präsidenten Erdogan müssen Hilfsgüter einen Umweg von ca. Tausend km nehmen. Foto: W. Mast

Ankunft des LKWs-Konvois an der Grenze zu Nordsyrien/Rojava. Als Folge der Grenzblockade durch den türkischen Präsidenten Erdogan müssen Hilfsgüter einen Umweg von ca. Tausend km nehmen. Foto: W. Mast

LKW mit medizinischem Gerät in Kobanê angekommen!

Mitte Dezember hat die bundesweite Initiative „Medizin für Rojava“ den LKW nach Kobanê auf den Weg gebracht. Inzwischen ist er dort wohlbehalten angekommen!
Die uneigennützige Hilfsbereitschaft zahlreicher Ärzte, Medizinstudenten, weiterer Beschäftigter des Gesund- heitswesens, der katholischen Kirche und vieler Spender haben diese Hilfslieferung für die Bevölkerung von Kobanê möglich gemacht! Die Initiative-Mitglieder Dr. Willi Mast und Renate Mast waren nach Erbil geflogen und haben die zwei LKWs auf ihrem Weg durch Nordsyrien nach Kobane begleitet.

Bild: Dr. Willi Mast und Renate Mast aus Gelsenkirchen begleiteten den LKW-Konvoi von Erbil nach Kobanê Foto: W. Mast

Bild: Dr. Willi Mast und Renate Mast aus Gelsenkirchen begleiteten den LKW-Konvoi von Erbil nach Kobanê  Foto: W. Mast

Der Transport enthielt eine chirurgische Grund- ausstattung, eine gynäkologisch-geburtshilfliche Unter- suchungseinheit, eine komplette Röntgenausstattung und Anästhesieeinheit, einen zahnärztlichen Behandlungs- platz, Ultraschall- und EKG-Geräte, Verbandsstoffe, ortho- pädische Hilfsmittel und viele andere Materialien im Wert von über 100.000 Euro! In der Ausgabe 50 vom 11. Dezember 2015 hatte das Deutsche Ärzteblatt darüber berichtet.

Das Leben kehrt nach Kobanê zurück

Die Initiative „www.medizin-für-rojava.org“ hatte sich als Arbeitsgruppe von „Solidarität International e.V.“ zur Aufgabe gemacht, ein Gesundheitszentrum (ambulantes Krankenhaus) in Kobanê vollständig medizinisch auszurüsten. Das war ein ehrgeiziges Vorhaben, nachdem die Stadt in Rojava/Nordsyrien durch IS-Terror und Bomben größtenteils zerstört worden war. Doch jetzt wird im Land ein demokratisches Gemeinwesen aufgebaut und das Leben kehrt zurück – jede Woche mehrere Tausend Flüchtlinge. Sie werden das Gesundheitszentrum brauchen.

Das Gebäude hat 700 m2 Nutzfläche und verfügt u.a. über einen Raum für ambulante Operationen, einen Raum zum Röntgen, Räume für medizinische Untersuchungen usw.. Errichtet wurde es 2015 in Gemeinschaftsarbeit von Bauarbeitern in Kobanê und 177 internationalen Aufbauhelfern der ICOR, welche für ihren Einsatz ihren Jahresurlaub opferten. Am 20. November 2015 wurde das Zentrum kostenlos der Selbstverwaltung der Stadt übergeben – ein Ausdruck tiefer menschlicher humanitärer Hilfe und Solidarität.

LKW wird Grenzpassage verweigert – Erdogan boykottiert humanitäre Hilfe

Bild: Das Gesundheitszentrum in Kobanê kurz vor der Fertigstellung. Die medizinische Ausstattung gewährt guten Standard. Entsprechend den Prinzipien des ökologischen Aufbaus wurde es mit Lehmziegeln errichtet und soll über batteriegepufferte Photovoltaik mit Strom versorgt werden. Foto: W.Mast

Bild: Das Gesundheitszentrum in Kobanê kurz vor der Fertigstellung. Die medizinische Ausstattung gewährt guten Standard. Entsprechend den Prinzipien des ökologischen Aufbaus wurde es mit Lehmziegeln errichtet und soll über batteriegepufferte Photovoltaik mit Strom versorgt werden.
Foto: W.Mast

Die Regierung Erdogan hat die Grenze zu vollständig Nordsyrien geschlossen. Sie lässt weder Helfer noch humanitäre Hilfsgüter passieren. Auch die LKWs von „Medizin für Rojava“ konnten dort nicht einreisen und mussten den langen Weg über den Irak auf sich nehmen. Öl-Importe der IS-Terroristen hingegen dürfen die Grenze passieren, aber zur Versorgung der Menschen Rojavas verweigert Erdogan bis heute einen humanitären Korridor
von der Türkei nach Nordsyrien.

In den Augen von „Medizin für Rohjava“ ist das ein Skandal und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Aufruf zu Spendenaktion

Gebraucht werden jetzt Spenden für die Finanzierung der medizinischen Geräte- und der Medikamentenausstattung, für einzelne noch fehlende Geräte, für Transportkosten und zur vollständigen Inbetriebnahme des Zentrums. Die Versorgung wird für alle Menschen unabhängig vom Einkommen durch einhei- mische Ärzte durchgeführt. Zum Erreichen des Spendenziels in Höhe von 200.000 Euro fehlen noch etliche Tausend Euro. Hierzu hat die Initiative eine Spendenhomepage eingerichtet. Mit ihrem Spendenaufruf wendet sich die Initiative an Medien und Öffentlichkeit mit der Bitte, die Spendenhomepage am Arbeitsplatz, unter Freunden und Bekannten bekannt zu
machen.

Weitere Informationen:
www.medizin-für-rojava.org

Bild: Kobanê hat Zukunft - die Menschen brauchen jetzt Hilfe. Foto: W. Mast

Bild: Kobanê hat Zukunft – die Menschen brauchen jetzt Hilfe. Foto: W. Mast


Und so können Sie spenden:
Entweder online über: www.betterplace.org/p35750
oder auf
www.medizin-für-rojava.org
oder auf das Spendenkonto überweisen:
Solidarität International e.V.
IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84 Frankfurter Volksbank,
Stichwort „Medizin für Rojava“.
Bei Adressangabe erhalten Spender eine Spenden- bescheinigung für das Finanzamt zugeschickt.

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