Internationaler Holocaust Gedenktag

Vor 81 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch ukrainische Angehörige der Roten Armee befreit. Mit dem Erreichen des Stammlagers Birkenau I. durch die Alliierten endete das Martyrium der verbliebenen Häftlinge. Über eine Millionen Menschen überlebten die nationalsozialistische Mordmaschinerie in Auschwitz nicht.

Noch zwischen dem 17. und 23. Januar 1945, also nur knapp zehn Tage vor der Befreiung, wurden über 50.000 Menschen durch die SS, unter der euphemistischen Bezeichnung „Evakuierung“, auf Todesmärsche geschickt um ihre Befreiung, Zeugenschaft des Verbrechens und ihr Überleben zu verhindern.
1940 durch die SS ursprünglich als Konzentrationslager zur Internierung der verhafteten polnischen Intelligenz eingerichtet, änderte sich die Aufgabe des Lagers frühzeitig hin zur massenhaften Vernichtung von Menschen.

Bereits im Oktober des gleichen Jahres nahmen die ersten Krematorien ihre schreckliche Tätigkeit auf, zehn Monate später folgten Versuche zur Tötung mit Gas an sowjetischen Kriegsgefangenen.
Heute steht Auschwitz als Synonym für die Schrecken des Holocausts, des Massenmords an über sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Das dies zu den primären Zielen der Nazis zählte beweist die sogenannte „Ungarn-Aktion“, bei der noch 1944, als an der Niederlage des Dritten Reichs kein Zweifel mehr bestehen konnte, hunderttausende ungarischer Jüdinnen und Juden deportiert und in den Gaskammern Auschwitz’ ermordet wurden.

Am heutigen Internationalen Holocaust-Gedenktag richtet sich der Blick nicht nur auf die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auf die aktuelle Lebensrealität von Jüdinnen und Juden. Antisemitismus ist Gegenwart. Zivilgesellschaftliche und staatliche Analysen dokumentieren eine dramatische Eskalation von Gewalt, Bedrohung und Hetze. Diese Entwicklungen speisen sich aus unterschiedlichen politischen und ideologischen Milieus und artikulieren sich vielfach im israelbezogenen Antisemitismus.

Vor diesem Hintergrund steht jüdisches Leben erneut unter Druck. Erinnerung verpflichtet zum Handeln, denn Jüdinnen und Juden erleben Bedrohung, Ausgrenzung und Gewalt im Alltag. Das verlangt klare Haltung, Schutz und entschlossenes Eingreifen.