Bombardierung der Schutzräume ist ein Kriegsverbrechen

PRESSEERKLÄRUNG: 99/2010-2016

afrin

 

Bombardierung der Schutzräume ist ein Kriegsverbrechen

Kurdische Gemeinde Deutschland verurteilt türkisches Bombardement kurdisch kontrollierter Gebiete

Während die EU angekündigt hat, dass sie beim nächsten EU-Gipfel gegen alle Assad-Unterstützer harte Konsequenzen durchführen würde, schweigt sie bis heute gegenüber den Verbrechen des größten IS-Unterstützers.

Im Schatten der militärischen Offensive zur Befreiung der Millionenstadt Mossul versucht Erdogan in Nordsyrien seine expansionistischen Interessen auf dem Rücken der kurdischen Bevölkerung durchzusetzen.

Seit Wochen vertreiben Islamisten mit Unterstützung der Türkei die kurdische Zivilbevölkerung im Norden Syriens aus ihren Dörfern.

Nun hat die Türkei laut eigener Verlautbarung am Donnerstag in der kurdischen Enklave Afrin in Nordsyrien bis zu 200 kurdische KämpferInnen durch mehrere Luftangriffe getötet. Diese Menschen haben nicht nur ihr Land verteidigt, sondern auch den Terror der IS und der Al-Kaida erfolgreich bekämpft.

Die bombardierte Region in und um der kurdischen Stadt Afrin hat sich unter der Kontrolle der Kurdinnen und Kurden zu einem demokratischen Kleinod in einer Kriegsregion entwickelt, der zu einem Fluchtpunkt für u.a. verfolgten Christen geworden.

Toprak ist sich sicher: „Die Schutzräume der verfolgten Menschen zu bombardieren ist ein Kriegsverbrechen“.

Die gezielte Schwächung der Anti-IS Kräfte, die die Bündnispartner des Westens sind, untergräbt den gemeinsamen Kampf Europas und der USA durch das Nato-Mitglied Türkei. „Wofür steht die Türkei und wofür steht die NATO?“, fragt sich nunmehr Toprak angesichts dieser Widersprüchlichkeit.

Er ist überzeugt, dass sich die Türkei schon längst vom Westen verabschiedet, einen eigenen Weg geht um die Regionalmachtphantasien, die das Osmanische Reich zum Vorbild haben, umzusetzen versucht. Die Türkei wird zum größten Sicherheitsrisiko für den Westen.

Toprak fordert daher die Bundesregierung auf, außenpolitischen Mut zu zeigen und die türkischen Kriegsverbrechen zu verurteilen. Dieses entsetzliche Verbrechen gegen das kurdische Volk und schutzsuchende Zivilisten muss Konsequenzen haben.