Das Verhältnis zu den türkischen Islamverbänden neu bewerten!

PRESSEERKLÄRUNG: 84/2306-2016

 

Foto: Während der Grundsteinlegung: DİTİB-Zentralmoschee Köln -quelle: Wiki

Foto: Während der Grundsteinlegung: DİTİB-Zentralmoschee Köln – Quelle: Wiki


Das Verhältnis zu den türkischen Islamverbänden neu bewerten!

Bund und Länder in der Pflicht

Die Angriffe der DITIB im Vorfeld und nach der Völkermord-Resolution des Deutschen Bundestages zeigen: Das Vertrauen des Staates in die orthodoxen Islamverbände wurde schwer erschüttert.

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland, fordert daher, ,,Die bereits abgeschlossenen und die geplanten Staatsverträge mit der DITIB und anderen orthodoxen Islamverbänden gehören ab sofort auf den Prüfstand! Die Reaktion auf die Armenien-Resolution demaskiert die Wölfe im Schafspelz, die sich bisher als dialogbereite Kooperationspartner dem Bund und den Ländern präsentiert haben. Dafür gab es bereitwillig öffentliche Mittel, um Moscheen und Projekte zu finanzieren, die eine Demokratisierung der muslimischen Verbände zum Ziel hatten. Doch bereits im Vorfeld der Resolution irritierten die türkischen Islamverbände mit Demonstrationen um historische Fakten im Sinne der türkischen Staatsdoktrin zu verdrehen. Nach der erfolgreichen Resolution erreichten die Hetzkampagnen einen bisher in der Bundesrepublik nicht gekannten Höhepunkt. Bundestagsabgeordnete wurden bedroht, Vertreter der Bundesregierung wurden aus Veranstaltungen ausgeladen. Das ist nicht hinnehmbar. Daher sollten die Bundesregierung und auch die Landesregierungen ihr Verhältnis zu den Islamverbänden unbedingt neu bewerten!“

Die Aussage von DITIB-Vorstandsmitglied Zekeriya Altug in der „Tagesschau“, dass sich die DITIB-Mitglieder seit der Abstimmung des Bundestages nicht mehr von den türkischstämmigen Abgeordneten vertreten fühlen, zeugt nach Auffassung Topraks, „im Kern von grundgesetzwidrigen Vorstellungen eines imperativen Mandats, welches der Parlamentarier als Exekutor von Gruppeninteressen zu erfüllen habe. Die DITIB hat somit deutlich gemacht, dass sie nicht die Interessen deutscher Muslime vertritt, sondern der verlängerte Arm der Regierung in Ankara ist, die die Alleinherrschaft eines aggressiven, menschenrechts- und demokratiefeindlichen Islam anstrebt.“, so Toprak.

Nach 10 Jahren Erfahrung mit der Deutschen Islam-Konferenz stellt der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde ernüchtert fest:

„Die Islamverbände treten den Tendenzen zu einer antidemokratisch-fundamentalistischen Orientierung bei Teilen der Muslime nicht aktiv entgegen. Im Gegenteil, sie unterstützen sie vieler Orts sogar noch. Die Islamverbände  tragen zu wenig zum gesellschaftlichen Zusammenhalt unserer immer pluralistischer werdenden Gesellschaft bei. Sie liefern in Teilen vielmehr die ideologische Basis für die Segregation von Muslimen. Daher stelle sich die Frage: Kann unser Staat es wirklich verantworten, wenn er mit solchen Organisation wie der DITIB weiterhin einen ungetrübten und vertrauensvollen Dialog führen will?

Das vor 10 Jahren hoffnungsvoll begonnene Dialogformat der „Deutschen Islam-Konferenz“ ist damit ganz wesentlich gescheitert!“

Die Konsequenz daraus kann für Toprak nur lauten:
„Wenn der deutsche Staat nicht gewillt ist, seine muslimischen Kinder und Schüler vor dem Einfluss und der Indoktrination ausländischer Staaten zu beschützen, dann muss sich die Mehrheit der Muslime in Deutschland selbst davor schützen und den staatlichen Islamunterricht in Deutschland boykottieren.“