Denkmal zur Erinnerung an die Dersim-Massaker von 1937/1938 kann errichtet werden

Pressemitteilung: 224/2903-2019

Denkmal zur Erinnerung an die Dersim-Massaker von 1937/1938 kann errichtet werden

Nach jahrelangen Debatten stellt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg der Berliner Dersim Gemeinde nun ein Grundstück zur Errichtung eines Denkmals zur Verfügung, mit dem an „die staatlich organisierten Massenexekutionen tausender Menschen in Dersim im Jahre 1937/38“ erinnert wird – so heißt es im Beschluss.

Zusammen mit Vertreter*innen der Dersim Gemeinde e.V. und der Kommission „Kunst im Öffentlichen Raum“ sucht das Bezirksamt nun nach einem angemessenen Ort und einer Gestaltung des Denkmals.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland dankt allen Akteuren, allen voran der Dersim Gemeinde e.V., die mit ihrer Beharrlichkeit zur Realisierung dieses Projektes beigetragen haben. Der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak, meint dazu: „Die organisierten Massaker und Vertreibungen der kurdischen Aleviten aus der Region Dersim sind eines der schlimmsten staatlichen Verbrechen der Türkei und doch im Westen nahezu unbekannt. In der Türkei werden sie bis heute als Tabuthema behandelt und finden weder in Schulbüchern noch in der historischen Aufarbeitung ihren Platz. Es ist gut, dass es nun in Deutschland einen Ort des Gedenkens und hoffentlich auch der Aufarbeitung geben wird.“ Vor allem in Berlin leben heute viele Aleviten mit Wurzeln in Dersim. 

Nach Schätzungen starben in der Region Dersim um 1937/38 rund 60.000 alevitische Kurd*innen durch einen systematischen Vernichtungskrieg des Türkischen Staates. Tausende wurden deportiert oder vertrieben. Die Massaker, die die Zaza/Kirmanci-Kurden*innen Tertele (Vernichtung) nennen, haben sich ins kollektive Gedächtnis der Kurd*innen eingebrannt und wirken auch Generationen später noch nach, sagt Toprak. 

Die Kurdische Gemeinde Deutschland hofft, dass sich die Berliner Behörden auch bei der Umsetzung nicht von türkisch-nationalistischen Stimmen beirren lassen. 

Wir sehen in dem Denkmal eine Chance und Einladung – zur gemeinsamen Aufarbeitung.