„Die Zeit ist reif für die Anerkennung der kurdischen Identität in Deutschland“.

Vostand_KGD

Bundeskongress der Kurdischen Gemeinde Deutschland e.V.

Am Sonntag, 21. April 2013, fand in Gießen der 5. Bundeskongress der Kurdischen Gemeinde Deutschland (KGD) statt.

Motto des Bundeskongresses war:

„Die Zeit ist reif für die Anerkennung der kurdischen Identität in Deutschland“.

Der Verein erinnerte mit dem Motto an die bisher fehlende Anerkennung der Kurden als Einwanderer in Deutschland, zugleich aber auch ausdrücklich an die Verbundenheit mit der neuen Heimat. Eröffnet wurde der Bundeskongress vom Präsidenten der BAGIV e.V. (Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland) und Gründungsvorsitzenden der KGD, Mehmet Tanriverdi.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen, Frau Dietlind Grabe-Boltz sprach ebenfalls mit einem Grußwort zu den Delegierten und wünschte dem Kongreß viel Erfolg. Mehmet Tanriverdi forderte in seiner Ansprache die lückenlose Aufklärung der NSUMordserie. Vorgänge und Strukturen, die zum Versagen staatlicher Organe geführt hätten, müssten politisch und rechtlich aufgeklärt werden. „Zugleich appellieren wir an die Politik und Medien die drei kurdischen Opfer unter den zehn NSU-Opfern nicht ständig zu übersehen! Es muss sichergestellt werden, dass neben den türkischen und griechischen Medien und Verbänden auch kurdische Medienvertreter und die KGD vom OLG München akkreditiertwerden“, so Tanriverdi. Am Nachmittag wurde der neue Bundesvorstand gewählt.

Zum neuen Bundesvorsitzenden der Kurdischen Gemeinde in Deutschland wurde der Kölner Politikberater, Ali Ertan Toprak, einstimmig gewählt. Ali Ertan Toprak: „Das Ergebnis ist ein großer Vertrauensbeweis an meine Person. Ich werde dies zum Ansporn für eine erfolgreiche Amtszeit nehmen.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland wird sich in allen gesellschaftlichen Themen und Bereichen verantwortungsvoll zu Wort melden. Wir werden als die Stimme der zweitgrößten Migrantengruppe in Deutschland uns für eine WIR-Gesellschaft einsetzen und selbstverständlich im Rahmen unserer Möglichkeiten Verantwortung für die Gesamtgesellschaft übernehmen. “Der deutschkurde Toprak ist Mitglied des Integrationsbeirates der Bundesregierung. Er war von 2006-2012 Mitglied der Deutschen Islam Konferenz,

zugleich war er auch seit 2007 ständiger Teilnehmer des Integrationsgipfels im Bundeskanzleramt. Am 31. Januar 2012 hat er im Bundeskanzleramt mit Bundeskanzlerin Merkel zusammen die Ergebnisse des 5.Integrationsgipfels bei einer Bundespressekonfernz vorgestellt. Toprak war auch von 2006 bis April 2013 Generalsekretär der Alevitischen Gemeinden in Europa. Er studierte Rechts- und Sozialwissenschaften und arbeitet derzeit als Politikberater in Köln. Zu stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurden Frau Gulistan Baghistani-Berse, Diplom Kauffrau, Frankfurt, und Herr Mehmet Tanriverdi, Unternehmer, Gießen, gewählt. Zum Generalsekretär wurde Herr Cahit Basar, Studienrat, Köln, gewählt. Zu seiner Stellvertreterin wurde Frau Baris Duran-Yildirim, Dipl. Wirtschaftsrechlerin, Siegen, gewählt. Zur Kassenwartin wurde Frau Jinda Ataman, Wirtschaftswissenschaftlerin, Bonn, gewählt.

Wir freuen uns hiermit mitzuteilen, dass wir sowohl im Präsidium mit 50% als auch im 15 köpfigen Vorstand mit 33% Frauenanteil eine vorbildhaft hohe Präsenz erreicht haben und hoffen, dass wir diese Vorbildfunktion auch durch unsere Arbeit fortführen können. Der Leitantrag “Die Anerkennung der kurdischen Identität in Deutschland” wurde vom Bundeskongress einstimmig verabschiedet.

Des Weiteren wurde der Bundesvorstand beauftragt sich für den herkunftssprachlichen Unterricht in der Kurdischen Sprache einzusetzen um die Mehrsprachigkeit bei kurdischen Kindern und Jugendlichen sicher zu stellen. Die Integration der Menschen kurdischer Herkunft in Deutschland setzt sich der neugewählte Bundesvorstand zum vorrangigen politischen Ziel und deshalb will man die Kurdische Gemeinde Deutschland reaktivieren und als Dachverband möglichst für Viele etablieren.