
Am 16. März jährt sich der Genozid an den Kurd:innen, welcher im Jahr 1988 in Halabja begangen wurde. Ein Tag, der daran erinnert, mit welcher Brutalität der anti-kurdische Rassismus in der arabischen Gesellschaft, seinen politisch-institutionellen Ausdruck in der Gewaltherrschaft Saddam Husseins und der Baath-Partei gefunden hatte.
Der Angriff auf Halabja war Teil der sogenannten Anfal-Kampagne, einer systematischen Vernichtungsoperation gegen die kurdische Bevölkerung. In dieser Zeit wurden rund 180.000 Kurdinnen und Kurden sowie Angehörige anderer Minderheiten ermordet, tausende Dörfer zerstört und hunderttausende Menschen vertrieben.
Der Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabja ist ein schreckliches Beispiel für den Einsatz von Chemiewaffen gegen unschuldige Zivilist:innen. Mit diesem Angriff vor 35 Jahren hat der Vernichtungskrieg des damaligen irakischen Diktators Saddam Hussein, gegen die kurdische Bevölkerung seinen Höhepunkt erreicht. 5.000 Menschen kamen bei diesem Angriff ums Leben, viele tausende Menschen leiden noch immer an den Langzeitfolgen des Giftgases. Auch Jahrzehnte später warten die Menschen vergebens auf eine Entschädigung durch die irakische Zentralregierung. Das Trauma des Angriffs hat sich in das kollektive Gedächtnis des kurdischen Volkes eingegraben.
Halabja wurde zum Synonym für den schrecklichsten und größten Chemiewaffeneinsatz auf Zivilist:innen nach dem Ersten Weltkrieg. Halabja mahnt uns alle, entschieden und konsequent für Menschenrechte, Selbstbestimmung und Demokratie zu kämpfen damit die Verfolgung, Unterdrückung und Entrechtung ein Ende hat.
Wir gedenken heute der Opfer von Halabja und erinnern daran, dass dieses Verbrechen niemals in Vergessenheit geraten darf. Halabja steht bis heute als Symbol für das Leid der kurdischen Bevölkerung und für den Kampf um Gerechtigkeit, Würde und Freiheit.