Pressemitteilung 291/2804-2021

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Kurdische Gemeinde Deutschland begrüßt Vorstoß des American Jewish Committee gegen rechtsextreme “Graue Wölfe”

Das American Jewish Committee (AJC) Berlin hat sich gestern für ein konsequentes Vorgehen im Umgang mit der rechtsextremistischen Bewegung der „Grauen Wölfe“ in Deutschland ausgesprochen. In einer von dem AJC in Auftrag gegebenen Studie mit dem Titel „Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland – Die Grauen Wölfe“ kommt der Kölner Sozialwissenschaftler Prof. Kemal Bozay zu dem Ergebnis, dass die Ideologie der türkischen Rechtsextremisten durch starken Antisemitismus, Rassismus und Hass auf Minderheiten gekennzeichnet sei.

Mit rund 18.500 Mitgliedern und zahlenreichen bundesweiten Dachverbänden und lokalen Mitgliedsvereinen und Moscheen bilden die “Grauen Wölfe” eine der stärksten rechtsextremen Strömungen hierzulande. Trotz dieses Umstandes habe bis heute keine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der eingewanderten Variante des Rechtsradikalismus stattgefunden, so das AJC. Auch sei es äußerst bedenklich, dass die Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB) vom Verfassungsschutz beobachtet werde, jedoch über ihre Mitgliedschaft im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) Gesprächspartner der Bundesregierung sei.

„Wir danken dem AJC für diesen wichtige Aufklärungs- und Debattenbeitrag“, meint Ali Ertan Toprak von der Kurdischen Gemeinde Deutschland. „Zu den europaweiten Opfern der Mord- und Gewalttaten der “Grauen Wölfe” gehören Mitglieder der kurdischen, alevitischen, armenischen und anderer Communitys“.

Die vorliegende Studie bestätigt einmal mehr die Notwendigkeit einer Überprüfung von Vereinsverboten im Umfeld der “Grauen Wölfe,” so Toprak: „Auch wir sagen in aller Deutlichkeit, es kann nicht länger geduldet werden, dass die den “Grauen Wölfen” nahestehende ATIB als Mitgliedsorganisation im Zentralrat der Muslime durch die Hintertür Dialogpartner der Bundesregierung und Empfänger beachtlicher öffentlicher Gelder ist.“