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Die Kurdische Gemeinde Deutschlands verurteilt die diversen, durch die sogenannte “Apoistische Jugend” initiierten, Brandanschläge im August und September 2016 aufs Schärfste. Die bislang unbekannte Gruppe gibt an, in den Städten München, Köln und Kassel Fahrzeuge diverser Personen absichtlich und bewusst angezündet und zerstört zu haben. Die Apoistische Jugend hat sich auf ihren Internetseiten zu den Anschlägen bekannt und zur Nachahmung aufgerufen. Gerechtfertigt wird die Aktion durch die Tatsache, dass die Fahrzeuge angeblich “türkischen Faschisten” gehörten. Darüberhinaus werden hier jedoch auch “deutsche/europäische Unterstützer” als “Angriffsziele” erwähnt.

Diese Politik der Gewalt hat weder in der Vergangenheit gefruchtet noch kann sie heute fruchten. Sie bietet keine Lösung sondern vertieft die Gräben vielmehr. Weiterhin schadet sie weniger denen die man zu bekämpfen versucht, sondern viel mehr der kurdischen Sache und den kurdischen Belangen. Kriminelle Aktivitäten können niemals zu einer Lösung der kurdischen Frage führen, seien es Bombenanschläge gegen Zivilisten, Handgreiflichkeiten auf Demonstrationen oder aber auch Brandanschläge gegen Fahrzeuge vermeintlicher, politischer Gegner. Die Apoistische Jugend bedient sich hier der Mittel, die dazu geführt haben, dass eine Organisation wie die Arbeiterpartei Kurdistans auf die Terrorliste der EU gelangt sind. Solche Aktionen können in keinem Fall im Sinne des kurdischen Volkes sein und zeugen viel mehr von jugendlichem Leichtsinn und überheblicher Fehleinschätzung der politischen Möglichkeiten, die ein jeder hat.

Solche Aktionen Schächer die berechtigten Belange der Kurdinnen und Kurden in Deutschland und Kurdistan. Denn nicht die “türkischen Faschisten”, sondern die Kurdinnen und Kurden als Täter werden angeprangert.. Die negative Presse und die politischen Folgen muss das kurdische Volk tragen. Vor allem müssen die Kurden in Rohjava und in der Autonomen Region Kurdistan werden mögliche Konsequenzen einer anti-kurdischen Stimmung tragen müssen, wenn europäische Politiker aufgrund solcher Aktionen keine Hilfe mehr leisten wollen oder von türkisch-nationalistischen Lobby-Verbänden unter Druck gesetzt werden. Denn so mutig, heldenhaft und entschlossen die kurdischen Kämpfer und Soldaten auch sein mögen, ohne die Luftunterstützung des Westens, ohne die Materialhilfe und Solidarität aus Europa, kann der Krieg gegen den IS nicht gewonnen werden.

Bei aller Wut und Verzweiflung, Gewalt ist kein Mittel des politischen Kampfes.Deutschland hat im letzten Jahr über 200.000 Kurdinnen und Kurden als Flüchtlinge aufgenommen. Über 1.000 Jesidinnen die vom IS befreit wurden, haben in Baden Württemberg eine sichere Heimat gefunden. Unser Dank gilt daher uneingeschränkt Deutschland.

Nochmals verurteilen wir diese Aktionen aufs Schärfste und fordern die Täter nicht nur dazu auf ihre Aktionen zu überdenken, wir fordern sie viel mehr auf, sich politisch und sozial für Kurdistan einzusetzen und nicht auf Gewalt und Zerstörung zu setzen.