Kurdische Gemeinde gegen die Ausrichtung des G20-Gipfels in der Türkei

2015-PE-KGD-g-20

 

PRESSEMITTEILUNG: 54/1409-2015

Vollste Unterstützung von der Kurdischen Gemeinde Deutschland erhält der Grünen-Chef Cem Özdemir für seine Forderung, das im November geplante G20-Treffen in Antalya abzusagen.

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland, weist darauf hin, dass in der Türkei seit Tagen eine Pogromstimmung gegen Kurden geschürt wird, die schon zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert hat. Über 100 Parteibüros der pro-kurdischen HDP wurden zerstört so wie auch zahllose Geschäfte, die Kurden gehörten.

Die Menschen stehen vor einem Scherbenhaufen und haben ihre Existenzgrundlage verloren. Mehr noch: hunderte Kurdinnen und Kurden wurden auf den Straßen verfolgt, schwer verletzt oder gelyncht, so Toprak in einer vorläufigen Bilanz.

Unter den gegenwärtigen Umständen sieht Toprak in der Ausrichtung des G20-Gipfels ein falsches Signal. Staatspräsident Erdogan und die AKP-Regierung würden das Treffen medial zu eigenen Propagandazwecken nutzen und darin eine globale Solidarität mit dem harten Kurs gegen die Kurden in der Türkei sehen.

Für Toprak gleite das Land in einen Bürgerkrieg, der zum Machtkalkül des Staatspräsidenten gehören würde, um bei den Neuwahlen die verlorene absolute Mehrheit wieder zu erlangen.

Eindringlich ruft die Kurdische Gemeinde Deutschland im Namen der knapp 1,2 Millionen Kurdinnen und Kurden in Deutschland die Bundeskanzlerin dazu auf, ihre Teilnahme abzusagen und sich nicht für Propagandazwecke missbrauchen zu lassen.