Pogrom gegen die kurdische Bevölkerung in der Türkei – Die EU und NATO müssen sofort reagieren!

2015-PE-KGD-09

 

PRESSEMITTEILUNG: 53/0909-2015

Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) ist besorgt über die dramatische Zuspitzung des Kurdenkonflikts in der Türkei.

Seit Tagen sind viele kurdische Städte von der Außenwelt abgeschnitten und zahlreiche Zivilisten, darunter auch Kinder, sind durch türkische Sicherheitskräfte ermordet worden. Die türkischen Nationalisten stecken Parteibüros der prokurdischen HDP in vielen Städten der Türkei in Brand, stürmen Zeitungsredaktionen und plündern die Geschäfte der Kurden. Die Verfolgung der kurdischen Bevölkerung ist unübersehbar. Es herrscht Pogromstimmung, die an die Dreißiger Jahre in Deutschland erinnert.

Sogar Reisebusse, die in die kurdischen Städte in den Osten und Südosten fahren, wurden gestern in zahlreichen Städten der Westtürkei auf ihrer Reiseroute angegriffen und mit Steinen beworfen.

Der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak, bezeichnet die aktuellen dramatischen Ereignisse als „Pogrom gegen die kurdische Bevölkerung“ und appelliert an die Verbündeten der Türkei: Wenn die EU und NATO nicht sofort reagieren, besteht ein akutes Bürgerkriegsrisiko in der Türkei, dessen Folgen nicht absehbar sind.

Unter dem Vorwand, PKK zu bekämpfen, marschierten erneut Streitkräfte der Türkei in die autonome Region Kurdistan (Nord-Irak) ein. Die Türkei verletze wiederholt das internationale Völkerrecht, so Toprak weiter.

Dass trotz Millionen Flüchtlingen aus Syrien und den Nahen Osten die Fluchtursachen in der Region immer noch nicht bekämpft werden, stört Toprak immens.

Als ob die Kapitulation vor dem IS nicht reichen würde, lässt man den IS-Paten Erdogan die Türkei noch weiter in ein Chaos stürzen. Mit fatalen Folgen auch für uns alle!, so Toprak.

Toprak fragt sich weiter, wo denn die Millionen Menschen, die vor dem IS fliehen und demnächst vielleicht auch vor einem Bürgerkrieg in der Türkei hin sollen?

Die internationale Staatengemeinschaft darf weder vor dem IS kapitulieren noch vor Erdogan, wenn wir nicht in naher Zukunft auch ganz Europa destabilisieren wollen, warnt Toprak eindringlich.