Türkische Graue Wölfe müssen in Deutschland verboten werden!

2015-PE-KGD-hannover

PRESSEMITTEILUNG: 55/1609-2015

Türkische Graue Wölfe müssen in Deutschland verboten werden!
Wir brauchen eine zivilgesellschaftliche Koalition gegen alle Antidemokraten!

Parallel zur Lynch- und Pogromstimmung gegen Kurden in der Türkei machen türkische Nationalisten auch in Deutschland und Europa seit dem letzten Wochende mobil gegen Kurden. So gingen in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Mannheim, Frankfurt, Hannover und weiteren Städten in den letzten Tagen Tausende türkischstämmige Bürger »gegen den Terror der PKK«, »gegen Separatismus« und »zum Gedenken an die gefallenen türkischen Soldaten« auf die Straße.

Auch wenn die Kundgebungen von der UETD, also der Lobbyorganisation der islamisch-konservativen türkischen Regierungspartei AKP von Präsident Erdogan sowie des sonst als scharfe Opposition auftretenden nationalistisch-kemalistischen Türkischen Jugendbundes TGB angemeldet waren, dominierten neben Nationalfahnen und Bildern von Staatsgründer Atatürk, vor allem der Wolfsgruß und die Halbmondfahnen der faschistischen Grauen Wölfe sowie der Ruf »Allah ist groß« die Aufmärsche. Mitglieder der Grauen Wölfe haben bei allen Demonstrationen die Stimmung gegen Kurden angeheizt, sind brutal und gezielt auf kurdische Gegendemonstranten und Passanten losgegangen.

In Hannover konnte ein 26jähriger Kurde, der zuvor von sechs Grauen Wölfen mit Messern attackiert wurde, nur durch eine Notoperation gerettet werden. In Berlin überfielen am Sonntag rund 70 türkische Faschisten im Anschluss an eine antikurdische Demonstration Informationsstände der HDP am Kottbusser Tor. Aus fahrenden Autos wurden Flaschen und Steine auf die Teilnehmer geworfen. Auch im schweizerischen Bern waren am Samstag mehrere Menschen schwer verletzt worden, als ein türkischer Nationalist mit seinem Pkw am Rand einer Kundgebung von MHP-Anhängern absichtlich in eine Gruppe kurdischer Gegendemonstranten raste und mehrere Personen verletzte.

Ermutigt von der Pogromstimmung unter der Aufsicht und Unterstützung der türkischen Polizei in der Türkei häufen sich nun vermehrt diese Art von Agressionen und Angriffen gegen Kurden in Europa.

Der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak, fordert, dass Angesicht dieser Lage, die deutsche Politik mit aller Härte reagieren und das Verbot der Grauen Wölfe durchsetzen müsse!

Toprak appelliert in diesem Zusammenhang an die deutsche Gesellschaft und den Staat:
„Wir brauchen eine zivilgesellschaftliche Koalition gegen alle Antidemokraten! Es kann kein Rabatt für türkischen Rechtsextremismus in Deutschland geben. Längst sind sie nicht mehr nur in der Türkei organisiert, auch in Deutschland gibt es mindestens 20.000 türkische Ultranationalisten. Getarnt in harmlos klingenden „Kulturvereinen“, unterwandern sie seit Jahren die deutsche Parteipolitik – von der Öffentlichkeit fast unbeobachtet. Um den Nachwuchs kümmern sich Jugendeinrichtungen, die mit Koranunterricht und Kampfausbildung Perspektiven bieten. Sie fördern eine radikale Jugend, bei der Grenzen verschwimmen: So zogen jüngst einige Jungwölfe aus Deutschland als „Gotteskrieger“ nach Syrien.“

Experten bezeichnen die Grauen Wölfe als faschistische Organisation, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Auch beobachte man eine zunehmende Vernetzung von Salafisten und ultranationalistischen Türken in Deutschland: „Das spannende bei den Grauen Wölfen ist, dass sie eine nationalistische Ideologie sehr stark verbinden mit einer religiösen Komponente.” Dadurch gebe es enge Kontakte zwischen islamistischen Organisationen und der Bewegung der Grauen Wölfe. „Das ist eine große Gefahr für Deutschland, wie sich Islamisten und Graue Wölfe vernetzen.”

Wir appellieren aber zugleich an alle Kurden sich nicht von den Grauen Wölfen provozieren zu lassen. Jeder Kurde, der sich auf Gewalt einlässt, stellt nicht nur sich in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ins Abseits, sondern schadet dem berechtigten Anliegen aller Kurden immens.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland lehnt Gewalt als Form der politischen Auseinandersetzung ausdrücklich ab, egal aus welchen Gründen und von wem sie ausgeht!