Offener Brief / Dankeschön – Til Schweiger

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Sehr geehrter Herr Schweiger, lieber Til,

in den letzten Wochen ist in den Medien viel über Sie berichtet worden. Dieses Mal standen jedoch nicht künstlerische Werke im Vordergrund, sondern eine persönliche Haltung, die viel Lob und Anerkennung, aber auch Beleidigungen und Bedrohungen mit sich brachte.

Ihre mutigen Äußerungen haben mit dazu beigetragen, dass die vielen stillen ehrenamtlichen Helfer endlich gewürdigt, aber vor allem die Flüchtlinge sich richtig verstanden fühlten.

Wir Kurdinnen und Kurden wissen was es heißt, seine Heimat, seine Familie und Freunde verlassen zu müssen. Auf der Flucht vor staatlich verordneter Armut und Willkür, Krieg und Terror haben über eine Million Kurdinnen und Kurden in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Die sind nicht gekommen, um das Land zu islamisieren oder zu überfremden. Sie sind gekommen, um hier Arbeit und Sicherheit, aber vor allem Freiheit zu finden. Wir sind alle sehr dankbar dafür, dass wir hier –wenn auch unter nicht ganz so einfachen Bedingungen- eine Perspektive erhalten haben.

Unsere Kinder können auf der Straße spielen ohne auf eine Mine zu treten oder von sadistischen Polizeibeamten erschossen zu werden. Unsere Kinder wachsen in einem Rechtsstaat auf und haben Zugang zur Bildung; sie sind unsere große Hoffnung, denn wir alle haben den großen Wunsch ein Teil dieser Gesellschaft zu sein und unsere Verantwortung gegenüber unserer neuen Heimat Deutschland als mündige Demokraten Ausdruck zu verleihen.

Wieder sind ein großer Teil der Flüchtlinge, die in den Lagern im Irak, dem Libanon und in der Türkei leben Kurdinnen und Kurden und viele kommen nach Deutschland. Traumatisiert, verunsichert und entwurzelt.

Gemeinsam müssen wir diese Menschen auffangen und ihnen die Menschlichkeit zukommen lassen, die ihnen mitunter seit Jahren vorenthalten wurde.

Eben weil wir so froh sind, dass Sie für die Flüchtlinge eine Lanze brechen, sehen wir in Ihnen einen Freund und deshalb den Til.

Herzlichen Dank für Ihren Mut und Einsatz!

Cahit Basar
Generalsekretär