Offener Brief an Dr. Frank-Walter Steinmeier


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Offener Brief: 16.01.14

Die Kurdische Gemeinde Deutschland e.V. (KGD) bittet Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier sich für die Teilnahme kurdischer Vertreter (Hoher Kurdischer Rat) bei der geplanten Friedenskonferenz einzusetzen und damit auch zum Frieden in der Region beizutragen:

 

Gießen/Göttingen, 16. Januar 2014

Sehr geehrter Herr Minister Steinmeier,

wir bitten Sie dringend, auf die Teilnahme der kurdischen Repräsentanten (Hoher Kurdischer Rat) an der für den kommenden Mittwoch, 22.1.2014, in der Schweiz geplanten internationalen Friedenskonferenz für Syrien zu bestehen.

Ein dauerhafter Frieden kann in Syrien nur unter Berücksichtigung der Interessen aller Bestandteile der syrischen Bevölkerung zustande kommen. Die Kurden und die mit ihnen lebenden christlichen Assyro- Aramäer stellen rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung und sind bedeutende Partner für eine Befriedung und Demokratisierung des durch den Bürgerkrieg zerstörten Landes. Weil radikale Islamisten die kurdischen Gebiete entlang der syrisch-türkischen Grenze immer wieder angreifen, muss die kurdische Bevölkerung unterstützt werden und ihnen eine gleichberechtigte Teilnahme an der Genfer Konferenz ermöglicht werden. Die türkische Regierung drängt jedoch darauf, dass kurdische Vertreter als unabhängiger und selbständiger Verhandlungspartner nicht einbezogen werden.

Trotz der andauernden militärischen und politischen Katastrophe in Syrien ist es den Kurden und ihren christlichen Nachbarn nach jahrzehntelanger Unterdrückung und Verfolgung unter dem Assad-Regime gelungen, sich weitgehend aus dem blutigen Bürgerkrieg herauszuhalten, der zwischenzeitlich sowohl Züge eines Religions- als auch Stellvertreterkriegs angenommen hat.

In den überwiegend von Kurden besiedelten Gebieten im Norden Syriens haben viele kurdische (Muslime und Yeziden), christliche sowie arabisch-sunnitische Flüchtlinge Schutz gesucht. Doch diese Gebiete sind von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten. Es kommt zu Versorgungsengpässen, weil sowohl Islamisten und syrische Regierungsverbände im Süden als auch die türkischen Truppen im Norden Blockaden errichtet haben. Zudem lässt die türkische Seite keine Hilfskonvois in die kurdisch- christlichen Gebiete Syriens passieren.

Die große Mehrheit der rund drei Millionen syrischen Kurden wird durch den „Hohen Kurdischen Rat“, einem Zusammenschluss der wichtigsten kurdischen Organisationen, repräsentiert. Er wurde 2013 unter Vermittlung von Masud Barzani, dem Präsidenten des autonomen Kurdistans (Irak), gegründet.

Wir möchten Sie bitten, sich für die Teilnahme der kurdischen Vertreter beim Friedensprozess einzusetzen und somit dem Frieden in der Region beizutragen.

Mit freundlichen Grüßen

Ali Ertan Toprak
Vorsitzender
Kurdische Gemeinde Deutschland

Südanlage 3a, 35390 Gießen
Tel.: 0641/49411713, Fax: 0641/78620 E-Mail: info@kurdische-gemeinde.de

Tilman Zülch
Generalsekretär der GfbV

Postfach 2024, 37010 Göttingen
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