Schnellstes Handeln im Nordirak erforderlich – Tausenden Yeziden droht erneut der Tod!

PRESSEMITTEILUNG: 29-2310-2014

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Appell an die Bundesregierung: 

Schnellstes Handeln im Nordirak erforderlich – Tausenden Yeziden droht erneut der Tod!

Die Anhänger des sogenannten Islamischen Staates (IS) haben am 20.Oktober in der Nacht auf Montag wiederholt mehrere tausend yezidische Kurden in den Dörfern am Sindschargebirge im Nordirak eingekesselt. Schutzlos und ausgeliefert verharren die Menschen und müssen einem angefangenen Völkermord ins Auge sehen, der auch ihnen in kurzer Zeit drohen wird.

Die andauernde Passivität der Weltgemeinschaft gleicht einer Einwilligung zur Massenvernichtung der kurdischen Bevölkerung.

Bereits das zweite Mal in einem Zeitfenster von weniger als vier Monaten werden die Yeziden mit der Frage konfrontiert, ob ihr Überleben gesichert sein wird oder nicht. Das Vorgehen des IS in der Region um die Pilgerstätte Scherfedin signalisiert den Versuch einer gezielten Ausrottung dieser religiösen Minderheit im Nordirak. Es ist offensichtlich, dass die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft unabdingbar ist. Von der Bundesregierung wünschen sich die Kurdinnen und Kurden dieses Landes und die Menschen in Kurdistan eine außenpolitische Führungsrolle um die bedrohten Minderheiten nachhaltig zu schützen.

Im Vorgehen gegen den IS sollte die internationale Koalition berücksichtigen, dass es sich hierbei nicht lediglich um einen auf politischer Ebene zu bewältigenden Zustand handelt. Es geht ausdrücklich auch um die real existierende Gefahr für ein ganzes Volk, mit dem Verlust seiner Identität und damit einhergehend eine Auslöschung kultureller Ursprünge konfrontiert zu sein.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland fordert eindringlich die Bundesregierung dazu auf, ihre Unterstützung zu verstärken und auszuweiten. Damit hilft sie nicht nur jenen Menschen in den umkämpften Gebieten. Sie schützt zugleich über eine Million in Deutschland lebende Kurden davor, traumatisierte Zeugen eines weltweit geduldeten Völkermords an ihrem Volk zu werden. Wir begrüßen ausdrücklich das bisherige Engagement der Bundesregierung in Kurdistan. Das reicht jedoch angesichts der anhaltenden Bedrohung durch die islamistischen Terroristen leider nicht aus.

Die Bundesregierung muss ein vitales Interesse an der Bekämpfung der Terrororganisation IS haben, da mit jedem Erfolg dieser Terroristen die Anziehungskraft unter muslimischen Jugendlichen in Deutschland wachsen und zu einer weiteren Polarisierung in unserer Gesellschaft führen wird.