Klausur- und Projekttagung der KGD (18./19.10.14)

KGD-Bonn-Vorstand

Am 18. und 19.10.2014 fand die Klausur- und Projekttagung der Kurdischen Gemeinde Deutschland (KGD) in Königswinter statt. Neben dem Bundesvorstand, waren zahlreiche kurdische Jugendliche, Vertreter unserer Mitgliedsvereine, Referenten sowie unser Ehrengast Herr Dr. Rupert Neudeck anwesend. 

Neben der parallel stattfindenden Bundesvorstandssitzung wurde das von uns anvisierte Projekt „Noch viel mehr vor – Politische und soziale Partizipation der kurdischen Jugendlichen in Deutschland“ umgesetzt. Im Rahmen des Projekts wurden über 40 Jugendliche im Alter von 17 bis 27 Jahren mit kurdischem Migrationshintergrund zu den Themen politische und soziale Partizipation und Ehrenamt geschult. en. Gestützt wurde unser Projekt durch namhafte Experten wie Herrn Ethem Coban (Kurdish Studies Network (KSN) und Frau Berivan Aymaz, (Stadtratsmitglied der Stadt Köln)

Gefördert wurde unser Projekt von Aktion Mensch e. V. weshalb wir uns an dieser Stelle herzlich für die Unterstützung bedanken möchten. Nebenbei hatten die anwesenden kurdischen Jugendlichen die Gelegenheit die Arbeit der Kurdischen Gemeinde Deutschland kennen zu lernen. Der Bundesvorstand bot den Jugendlichen jede sich bietende Gelegenheit, sich einen Eindruck über die Vorstandsarbeit zu verschaffen und somit zivilgesellschaftliches Engagement kennen zu lernen.

In einer Begrüßungsrede bedankte sich Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland, für das rege Interesse kurdischer Jugendlicher an gesellschaftlichem Engagement und der Bereitschaft Verantwortung für die Gesamtgesellschaft zu übernehmen. Die kurdischen Jugendlichen waren auch darüber erfreut, dass Herr Rupert Neudeck zu Gast war und über die aktuelle Lage der Flüchtlinge in Kurdistan berichtete.

Herr Dr. Rupert Neudeck ist Gründer der Hilfsorganisationen Cap Anamur und Grünhelme.

Er sei zutiefst beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der kurdischen Zivilbevölkerung, die sich uneingeschränkt mit den über 1,5 Million Flüchtlingen solidarisiert und hilft. Die südkurdische Regierung setze alle Hebel in Bewegung, um den Flüchtlingen zu helfen, so Dr. Rupert Neudeck über seine jüngste Reise nach Südkurdistan vor wenigen Tagen. Mehrere 100 000 Angehörige religiöser Minderheiten flüchten nach Kurdistan und finden dort Schutz. Die Kapazitätsgrenzen der kurdischen Region sind aber schon längst überschritten. Die internationale Hilfe muss angesichts des nahenden Winters verstärkt werden. Die von Dr. Neudeck gegründete und weltweit tätige Hilfsorganisation Grünhelme plant mit tatkräftiger Unterstützung der Kurdischen Gemeinde Deutschland die Errichtung eines weiteren Flüchtlingslagers für mehrere tausend Personen.

Einige Anwesende erklärten sich bereit in den Flüchtlingslagern vor Ort behilflich zu sein. Dies erfreute Herrn Dr. Neudeck sehr. Besonders erschrocken habe -so Dr. Neudeck- die große Zahl der traumatisierten kurdischen Flüchtlinge, die sich vor den IS-Angriffen nach Südkurdistan (Nordirak) in Sicherheit bringen konnten. Die Flüchtlinge kommen aus den kurdischen Siedlungsgebieten in Syrien (Westkurdistan) und im Irak (Südkurdistan).

Auf der Vorstandssitzung wurde die konkrete praktische Arbeit der Kurdischen Gemeinde Deutschland thematisiert. Außerdem befasste sich der Vorstand intensiv mit der Lage der kurdischen Flüchtlinge im Nahen Osten sowie die aktuelle Lage in der eingeschlossen Stadt Kobani.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland hat nach Abschluss einer außerordentlich gut angenommenen Spendenkampagne für die Jezidischen Flüchtlinge nunmehr eine neue Spendenkampagnen für die Opfer des IS- Terrors in Kobani begonnen.

Zudem soll weiterhin daran gearbeitet werden, die Strukturen der Kurdischen Gemeindearbeit in den Regionen zu stärken um auf lokaler Ebene als kompetenter Ansprechpartner für Politik und Verwaltung zur Verfügung zu stehen. Die Arbeit mit den Mitgliedsvereinen wird intensiviert und diese werden untereinander besser vernetzt werden.

Die Gründung eines kurdischen Jugendvereins unter dem Dachverband der KGD wird ausdrücklich vom Gesamtvorstand begrüßt und als notwendig erachtet, um auch die Interessen der kurdischen Jugendlichen gerecht werden zu können.

Der Bundeskongress der KGD im kommenden Jahr wirft bereits seine Schatten voraus. Die Vorbereitungen dazu haben bereits begonnen.

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