USA kündigt Truppenabzug aus Syrien an – Iran und Türkei freuen sich

Pressemitteilung: 216/2012-2018

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USA kündigt Truppenabzug aus Syrien an-
Iran und Türkei freuen sich

Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) bedauert den amerikanischen Rückzug aus Syrien und Westkurdistan und hofft auf eine internationale Lösung und Garantie für die Sicherheit der Kurdinnen und Kurden in der Region. Seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien, haben Kurdinnen und Kurden gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ und wenn angegriffen auch gegen Diktator Bashar al-Assad gekämpft. Wie auch in der Region Kurdistan im Irak, haben die kurdischen Kampfeinheiten in Syrien tausende Terroristen davon abgehalten Richtung Europa zu marschieren und den Nahen Osten weiter zu destabilisieren. Ihre Entschlossenheit und ihre Aufopferung darf nicht vergessen werden.

Wir wünschen uns vor allem von der EU eine demokratische Lösung für das Selbstbestimmungsrecht der Kurdinnen und Kurden in der Region. Sowohl eine Machtübernahme des Baath-Regimes, als auch ein Wiedererstarken des IS dürfen Interesse des Westens und der globalen Sicherheit nicht geduldet werden. Staaten wie Frankreich haben weiterhin Truppen vor Ort und die deutsche Bundeswehr fliegt als Teil der Anti-IS-Allianz weiterhin Aufklärungsflüge. Hier ist nunmehr weiteres Engagement gefragt, um die Sicherheit der Menschen weit über die Region hinaus zu gewährleisten. Die jüngste Ankündigung der USA ihre Truppen aus Syrien zurück zu ziehen wurde in Teheran und Ankara mit Freude vernommen.

Nur durch die Unterstützung der Kurdinnen und Kurden kann eine Infiltration Europas durch IS-Terroristen effektiv verhindern werden. Ein türkischer Einmarsch in die Region wird zum erneuten Erstarken des IS beitragen. Eine diplomatische Lösung ist von dringendster Notwendigkeit.

Auch fordert die KGD von den kurdischen Fraktionen vor Ort eine engere Kooperation und ein Ende der politischen Feindseligkeiten untereinander. Die größte Schwäche des kurdischen Volkes ist die Zersplitterung in unterschiedliche Lager, die sich politisch feindlich gegenüberstehen. Um eine Situation wie in Afrin auch im Rest des westlichen Kurdistans zu verhindern müssen die kurdischen Kampfeinheiten enger zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Sicherheitsplan für die Region erarbeiten. Die Sicherheit der Bevölkerung sollte obersten Vorrang haben.