„Wir sind alle Farinaz“: Solidarität mit Ostkurdistan

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Seit einigen Tagen brennen die Straßen in Mahabad, einer der größten Städte Kurdistans im Westen des Irans (Ostkurdistan). Die Bewohner der Stadt Mahabad setzten das Hotel TARA in Brand, nachdem eine junge kurdische Angestellte des Hotels, Farinaz (Parinaz) Khosravani, von einer Sicherheitskraft des Regimes mit Wissen des Hotelbesitzers sexuell attackiert wurde und daraufhin, um einer Vergewaltigung zu entkommen, sich durch den Sprung aus dem Hotelfenster das Leben nahm.

Viele Quellen berichten, dass sich in diesem Hotel nicht selten Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes aufhalten, die regelmäßig Angestellte sexuell belästigen und vergewaltigen.

mahabad-kurdistanLaut jüngsten Berichten haben die Sicherheitskräfte des Besatzerstaates bisher zwei Menschen getötet, mehr als 50 Menschen verletzt und mindestens 30 Demonstranten festgenommen.

Mittlerweile herrscht in Mahahad ein militärischer Ausnahmezustand: Der iranische Staat will wie schon 2009 die Proteste im Keim ersticken und verhindern, dass sich die Proteste ausbreiten. Das Regime hat daher bereits eine große Anzahl von Söldnern und Geheimdienstagenten aus den Städten Orumiyeh und Miandoab in und um Mahabad stationiert, um die Ausweitung des Aufstandes über Mahabad hinaus zu verhindern.

Der Selbstmord der jungen Kurdin, der eigentlich ein Mord war, ist nur die Spitze der Repressionen und Morde des iranischen Regimes gegen die kurdische Bevölkerung, Minderheiten und Regimekritiker.

Während der Iran zahlreiche Menschen hinrichtet, ihre Sicherheitskräfte Menschen foltern und vergewaltigen, befindet sich der iranische Ölminister Bijan Zanganeh, auf Einaldung des deutschen Außeniminsters Walter Steinmeier, zu Gast in Berlin.

Allein diese Woche wurden im Iran mindestens zehn Menschen hingerichtet.

Am Sonntag soll die Beerdigung Farinaz Khosravanis stattfinden und ihre Familie wurde bereits davor gewarnt der Auslandspresse Interviews zu geben, da sie ansonsten die Konsequenzen hierfür tragen würden.

Als Kurdische Gemeinde Deutschland richten wir immer wieder die Aufmerksamkeit auf die willkürlichen Hinrichtungen im Iran und sind erneut bestürzt über das verbrecherische Verhalten des iranischen Staates:

Wir übermitteln der Familie Farinaz, unser aufrichtiges Beileid und solidarisieren uns mit den kurdischen Demonstranten in Ostkurdistan. Ferner rufen wir alle dazu auf zahlreich an Demonstrationen teilzunehmen und Solidarität mit Farinaz und Ostkurdistan zu bekunden.

Zuletzt sehen wir es als Skandal und unverantwortlich, dass sowohl Steinmeier als auch Gabriel einen Vertreter des verbrecherischen Regimes in Deutschland empfangen, der zudem auf der Sanktionsliste der EU und USA steht.