
11. Jahrestag Befreiung Kobanês: Stoppt den islamistischen Terror gegen die kurdische Bevölkerung
Heute vor elf Jahren, am 26. Januar 2015, gelang es den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und Peschmerga-Kräften aus Südkurdistan, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) aus der syrischen Stadt Kobanê zu vertreiben. Nach monatelanger Belagerung wurde die Stadt sowie ihre Nachbardörfer von den Schlächtern des IS befreit. Der Sieg wurde zu einem internationalen Symbol des unerbittlichen Widerstands gegen den Islamismus und verschaffte den kurdischen Streitkräften weltweite Anerkennung.
Elf Jahre später ist Kobanê heute erneut existenziell bedroht. Islamistische Milizen unter der Führung von Ahmed al-Sharaa (al-Jolani) haben große Teile der autonomen Selbstverwaltung in Nordostsyrien eingenommen. Kurdische Stadtviertel in Aleppo sowie weitere gingen verloren. Kobanê ist seit Tagen vollständig belagert, von Wasser, Strom und Internet abgeschnitten. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht.
Ein formeller Waffenstillstand bietet keinen Schutz. Die HTS-Strukturen bestehen aus Milizen mit unterschiedlichen Befehlsketten, Verstöße sind an der Tagesordnung. Türkische Drohnenangriffe dauern an. Gleichzeitig geraten IS-Gefangene außer Kontrolle, Lager wie Al-Hol wurden übernommen, in ehemals befreiten Orten tauchen erneut IS-Symbole auf. Für die Überlebenden des IS bedeutet dies eine erneute Konfrontation mit ihren Tätern und ein kaum erträglicher Bruch jeder Vorstellung von Gerechtigkeit. Für Europa wächst daraus eine akute sicherheitspolitische Gefahr.
Die humanitäre Lage verschärft sich dramatisch. Blockaden schneiden Versorgungswege ab, Krankenhäuser arbeiten am Limit. Mindestens Fünf Kinder sind laut Berichten infolge von Kälte, Stromausfällen und fehlender medizinischer Versorgung gestorben. Weitere Kinder, ältere Menschen und Kranke sind akut gefährdet.
Die Angriffe auf Rojava richten sich gegen jene, die den IS besiegt, Minderheiten geschützt und Stabilität geschaffen haben. Die internationale Gemeinschaft steht vor einer klaren Verantwortung. Die kurdische Bevölkerung braucht Schutz, ihre Selbstverwaltung Anerkennung. Islamistische Täter dürfen nicht ungestraft bleiben.