Bürgerschaftliches Engagement, notwendig aber nicht selbstverständlich!

PRESSEERKLÄRUNG: 103/1411-2016

Foto Quelle: Bundesregierung

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Bürgerschaftliches Engagement, notwendig aber nicht selbstverständlich!

Der 9. Integrationsgipfel der Bundeskanzlerin mit dem Schwerpunkt Partizipation und bürgerschaftliches Engagement greift erneut ein wichtiges Themenfeld auf das für die Integration von Zugewanderten sowie
den gesellschaftlichen Zusammenhalt enorm wichtig ist.

Cahit Başar, Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland und Teilnehmer am Integrationsgipfel stellt fest, dass in weiten Teilen des bürgerschaftlichen Engagement wie z.B. der freiwilligen Feuerwehr oder Stadtteilarbeit die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund außerordentlich niedrig ist. Mit Sprachbarrieren allein mag er dies nicht entschuldigen. Basar glaubt, dass die Gründe vielschichtiger sind. Menschen mit Migrationshintergrund würden sich oftmals in eigenen ethnisch-religiös geprägten Vereinen mit geringer Außenwirkung engagieren, vielen ist das ethnisch-religiös und soziale Grenzen überschreitende Engagement schlichtweg unbekannt.

Dies kann überwunden werden, wenn die Verbände mit gutem Beispiel vorangehen und sich interkulturell öffnen. Erst wenn sie sich für Menschen unabhängig davon, woher sie kommen, wofür sie stehen, ob und woran sie glauben engagieren, übernehmen sie Verantwortung, die wir in unserer Gesellschaft so dringend benötigen.

Bis dahin sieht Başar noch einen langen Weg. Derzeit sieht er in Teilen der Zuwanderergesellschaft vielmehr den sozialen Frieden extrem gefährdet, weil Vorurteile und Rassismus auch unter Zuwanderern ein verbreitetes Phänomen sind.