Erneut stürzt sich das „Enfant terrible“ der NATO in neue militärische Abenteuer!

PRESSEERKLÄRUNG: 166/1701-2018

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Erneut stürzt sich das „Enfant terrible“ der NATO in neue militärische Abenteuer!

Die türkischen Militäraktionen der letzten Tage auf syrischem Boden richten sich gegen die kurdische Bevölkerung im Norden Syriens (Westkurdistan) und hier vor allem gegen die Metropole Afrin. Die Kurdische Gemeinde Deutschland und ihr Vorsitzender Ali Ertan Toprak sind über diese Entwicklung zutiefst besorgt, denn die angekündigte türkische Militäraktion auf die kurdische Stadt Afrin würde noch weiter zu Chaos und zur Flucht von Hunderttausenden führen.

Toprak: „Die seit einigen Jahren von Kurden selbstbestimmten Regionen galten bisher als sichere Zonen hunderttausender syrischer Binnenflüchtlinge, die Schutz vor dem syrischen Bürgerkrieg suchten. Allein die Stadt Afrin hat zehntausende von Flüchtlingen aufgenommen.“

Mit den kurdischen Streitkräften gelang es nicht nur in den selbstbestimmten Regionen demokratische Strukturen aufzubauen, sondern auch den IS in Syrien entscheidend zu vernichten. Als zuverlässige Partner der westlichen Allianz haben die kurdischen Streitkräfte einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, die Herrschaft des Steinzeit-Islamismus des IS zu beenden. Toprak glaubt, dass die Türkei, die bisher zur Destabilisierung Syriens beigetragen hat, schlussendlich einsehen müsste, dass die logistische, militärische und politische Unterstützung der Islamisten nicht zum erhofften Sturz des syrischen Machthabers Assad geführt hat. Dabei habe Erdogan schon vor Jahren zu verstehen gegeben, dass die Türkei wieder an die Macht und den Einfluss des Osmanischen Reiches in der Region anknüpfen wolle.

Toprak: „Erdogans Traum von einem Neo-Osmanischen Reich, das bis tief nach Syrien reicht, scheiterte bisher an den selbstverwalteten kurdischen Gebieten im Norden Syriens.“
Das türkische Militär ist dabei, mit Rüstungsgütern aus Europa und anderen NATO-Staaten Syrien anzugreifen und versucht, die Kurden zu entmündigen. Toprak fragt sich, ob das im Interesse der Nato-Partner ist, dass das Bündnismitglied Türkei sich auf militärische Abenteuer einlässt und ein Volk zu entrechten versucht.

Die amtierende Bundesregierung in Berlin argumentiert derweil mit Erdogan-Argumenten: „Die Türkei brauche die Waffen im Kampf gegen den IS.“ Nur – wo soll dieser Kampf überhaupt stattfinden? In Nordsyrien ist der IS nicht mehr relevant. Toprak hebt hervor, dass das kurdische Volk ein Recht darauf habe von der NATO zu erfahren, ob sie den türkischen Krieg gegen die Kurden unterstützt.