Pressemeldung 339-2503-2024

Hetzjagd türkischer Rechtsextremer auf Kurd:innen in Belgien

In Belgien hat sich am 24. März 2024 ein Lynchmob aus Anhängern der Grauen Wölfe formiert und das Haus einer belgisch-kurdischen Familie umzingelt, die von einer Newroz-Feier zurückgekehrt waren. Die Islamisten haben das Wohnhaus der Familie mit Steinen beworfen sowie versucht, es in Brand zu setzen. Synchron wurde von den türkischen Rechtsextremisten Parolen wie „Ya Allah! Bismillah! Allahu Akbar!“ skandiert und der Wolfsgruß gezeigt – ein Symbol der rechtsextremen Grauen Wölfe/Ülkücü-Bewegung.

Der versuchte Lynchmord wurde zudem durch die Angreifer in den sozialen Medien veröffentlicht. Anhand der uns vorliegenden Aufnahmen, lässt es uns irritiert zurück, dass die Polizei sich vor Ort sehr zögerlich verhalten hat, um die bedrohliche Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Auf diesen barbarischen Angriff folgte eine beispiellose Hetzjagd auf Kurdinnen und Kurden in den Limburger Gemeinden. Weitere Aufnahmen zeigen, wie der rassistische Mob, teils mit Macheten bewaffnet, eine Gruppe junger Kurdinnen und Kurden verfolgt und zusammenschlägt. Einige der Betroffenen liegen schwerverletzt im Krankenhaus.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland verlangt eine lückenlose Aufklärung und fordert die belgischen Behörden dazu auf, die Täter unverzüglich zur Verantwortung zu ziehen.

Mehmet Tanriverdi, stellv. Bundesvorsitzender, appelliert: „Es kann nicht sein, dass Menschen aufgrund ihrer kurdischen Herkunft im Herzen Europas solch eine brachiale Gewalt erfahren. Es ist skandalös, dass die Bewegung der türkisch-ultranationalistischen Grauen Wölfe innerhalb der EU-Staaten größtenteils nach wie vor aktiv sein darf.“

Ferner hält Tanriverdi fest: „Es ist höchste Zeit, dass das Leben von kurdischen Staatsbürgern auch in Deutschland vor dem Rechtsextremismus der Grauen Wölfe geschützt wird.“

Auch die Informationsstelle Antikurdischer Rassismus (IAKR) weist auf die Bedrohung, die von den Grauen Wölfen ausgeht, in ihrer gestrigen Pressemitteilung hin: „Dass Feiernde nach ihrem Newroz-Besuch aufgrund kurdischer Symbole brutal attackiert werden, […] macht deutlich, dass antikurdischer Rassismus eine Realität ist und tatsächlich das Leben von Kurd*innen gefährdet – mitten in Europa.“

Wir fordern ein entschlossenes Vorgehen des Bundesinnenministeriums gegen die größte rechtsextreme Gruppierung Deutschlands. Für ein sicheres und friedliches Zusammenleben ist es unerlässlich, dass der vom Bundestag beschlossene Prüfantrag über das Verbot der Grauen Wölfe aus dem Jahr 2020 , umgehend realisiert wird.