Internationaler Tag der Bildung

Der Internationale Tag der Bildung am 24. Januar erinnert an das in Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankerte Recht auf Bildung. Dieses Recht ist weltweit jedoch für Millionen Kinder und Jugendliche nicht Realität.

Besonders deutlich wird diese Realität in Rojava: Viele Kinder haben dort keinen oder nur stark eingeschränkten Zugang zu Bildung, weil sie infolge von Gewalt, Verfolgung und Angriffen dschihadistischer Gruppen sowie der türkischen Militärinterventionen zur Flucht gezwungen wurden. Aus Regionen wie Aleppo, Efrîn und weiteren Gebieten wurden Familien vertrieben, Schulen zerstört oder geschlossen, Lehrkräfte ermordet oder vertrieben. Für zahlreiche Kinder wurde der Bildungsweg abrupt unterbrochen, in vielen Fällen über Jahre hinweg.

Gleichzeitig leben zahlreiche êzîdische Kinder und Jugendliche noch immer in Flüchtlingscamps. Dort fehlt es häufig an stabilen Bildungsstrukturen, ausreichend Lehrmaterialien und sicheren Schulwegen. Besonders in den Wintermonaten erschweren Überschwemmungen, Kälte und unpassierbare Wege den Schulbesuch zusätzlich oder machen ihn zeitweise unmöglich. Für viele Kinder bleibt Bildung ein unerfülltes Versprechen.

Bildung ist jedoch nicht nur Lernen, sie ist Schutz, Perspektive und Hoffnung. Gerade für Kinder, die Krieg, Flucht und Gewalt erlebt haben, ist Bildung ein zentraler Faktor für Stabilität, Verarbeitung und Zukunftschancen.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland macht am Internationalen Tag der Bildung darauf aufmerksam, dass das Recht auf Bildung universell gilt, auch und gerade für Kinder in Krisen- und Konfliktregionen. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, den Zugang zu Bildung für geflüchtete, vertriebene und marginalisierte Kinder nachhaltig zu sichern und Bildungsstrukturen in betroffenen Regionen langfristig zu stärken.

Als anerkannter Bildungsträger der Bundeszentrale für politische Bildung setzen wir uns gemeinsam mit unseren Mitgliedsvereinen weiterhin für inklusive und chancengerechte Bildung ein, in Deutschland und darüber hinaus. Bildung ist ein Menschenrecht. Sie darf nicht an Grenzen, Gewalt oder politischem Versagen scheitern.