Mitte-Studie – offenbart die zwei Seiten einer schrecklichen Medaille.

Pressemitteilung: 227/2604-2019

Foto: fes.de

Die im zwei-jährigen Takt erscheinende „Mitte-Studie“ der Friedrich-Ebert-Stiftung die vorgestellt wurde, kommt zu einem besorgniserregenden Ergebnis.

Die Studie zeigt eine beunruhigende Entwicklung im Hinblick auf die gesellschaftliche Wahrnehmung der Herausforderungen unserer Zeit.

Trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen hegt mehr als jeder zweite Deutsche (54,1%) Ressentiments gegenüber Asylsuchenden. 2014 lag dieser Wert noch bei 44,3%.

Mehmet Tanriverdi, stellvertretender Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland beobachtet die aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklung mit großer Sorge: 

„Es ist Aufgabe der Politik und der zivilgesellschaftlichen Institutionen aktuelle Problemstellungen direkt anzusprechen und anzugehen. Solche alarmierenden Ergebnisse dürfen wir nicht ignorieren.“

Ein überraschendes Ergebnis der Studie ist jedoch die Entwicklung der Muslimfeindlichkeit in unserem Land. Die Muslimfeindlichkeit lag laut Studie 2018 bei 18.7%. Dieser Wert hat erfreulicherweise im Vergleich zu 30,3% im Jahre 2006 deutlich abgenommen. Zwar könne man laut Tanriverdi daraus ableiten, dass die Islamfeindlichkeit in den letzten 12 Jahren nicht stetig gestiegen sei, wie dies viele Islamverbände bekunden, man dürfe jedoch auch nicht übersehen, dass auch der jüngste Wert ein Prozent Punkt höher liegt als 2014 und knapp ein Fünftel der Bevölkerung offensichtlich eine feindliche Haltung gegenüber einer Religionsgemeinschaft hat. Daher sieht Tanriverdi in den 18,7% ein grundsätzlich alarmierendes Ergebnis.

Tanriverdi: „Die Ergebnisse dieser Studie zeigen eine erschreckende Tendenz in unserer Gesellschaft.“ Er fordert die Politik auf, gezielt Maßnahmen zu ergreifen insbesondere im Bereich der politischen Bildung und Antirassismusarbeit, um das friedliche gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland zu stärken.