Türken in Deutschland verpassen ihren Landsleuten eine „Ein-Mann-Diktatur“

PRESSEERKLÄRUNG 192/25062018

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Türken in Deutschland verpassen ihren Landsleuten eine „Ein-Mann-Diktatur“

Mehmet Tanriverdi, stellvertretender Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland hat kein Verständnis für das Wahlverhalten der in Deutschland lebenden Türken.

Trotz aller Unregelmäßigkeiten während des Wahltages und der Allgegenwart der Regierungspartei AKP sowie des Staatspräsidenten Erdogan im öffentlichen Raum und in den Medien deutete sich ein knappes Ergebnis an. Dass der Staatspräsident knapp über 50% gekommen ist, und keine Stichwahl mehr befürchten muss, dürfte nach Tanriverdi vor allem an dem Wahlverhalten der Türken in Deutschland gelegen haben.

Tanriverdi: „64,8% der Wähler in Deutschland stimmten für Erdogan und das von ihm für sich selbst maßgeschneiderte Präsidialsystem. Sie lieferten damit die entscheidenden Prozentpunkte für Erdogans Sieg und verhinderten eine Stichwahl.“

Die Herzkammer der AKP scheint dabei das Bundesland Nordrhein-Westfalen zu sein. Mit 60,55% für die AKP und 69,7% für Erdogan liegen die türkischen Wähler in Nordrhein-Westfalen acht Prozent über den Ergebnissen im restlichen Bundesgebiet. Für Tanriverdi ein starkes Indiz dafür, dass dies damit zu tun hat, dass der Moscheeverband DITIB und die Union der europäischen türkischen Demokraten, eine Auslandsorganisation der AKP, ihre Zentralen in NRW haben.

Dass am späten Abend hunderte von Erdogan Anhängern in Deutschland auf die Straße gingen, um mit „Allahu Akbar“/ Gott ist groß- Rufen ihren Wahlsieg zu feiern, verdeutlicht, dass hier der politische Islam gefeiert wurde. Tanriverdi: „Aus der bequemen Position der Wohlstandsdemokratie heraus haben die Deutschtürken ihren Landsleuten eine Ein-Mann-Diktatur verpasst.“