Unabhängigkeitsreferendum 2017 in Kurdistan

Die Kurdische Gemeinde Deutschland erinnert heute an das Unabhängigkeitsreferendum der Autonomen Region Kurdistan vom 25. September 2017. Mehr als fünf Millionen Wählerinnen und Wähler waren aufgerufen, darüber abzustimmen, ob sich die Autonome Region Kurdistan für unabhängig erklären oder der Status quo fortbestehen sollte.

Auch die KGD beobachtete 2017 den friedlichen und demokratischen Verlauf des Referendums. Knapp 93% der Bevölkerung, darunter auch ethnische und religiöse Minderheiten, hatten 2017 für eine Unabhängigkeit gestimmt.

Die Nachbarstaaten Türkei und Iran und die irakische Regierung treten bis heute die Autonomie-Bestrebungen und das Selbstbestimmungsrecht der Kurdinnen und Kurden mit Füßen. Ausgerechnet jene Diktaturen und repressiven Systeme, die die kurdische Bevölkerung seit Jahrzehnten unterdrücken und ihre politischen und demokratischen Rechte beschneiden, stellen sich gemeinsam mit ihren Verbündeten gegen die Gründung eines demokratischen kurdischen Staates. Einzig der Staat Israel unterstützte das Unabhängigkeitsreferendum.

Das Mullah-Regime verbreitete die Verschwörungserzählung, dass Masud Barzani, der Präsident der kurdischen Autonomieregion ein “Mittelsmann der Zionisten” sei und betonte, der Iran werde “kein zweites Israel zulassen”. Auch in Ankara versammelten sich Ultranationalisten vor der israelischen Botschaft, um gegen “den Plan zur Errichtung eines zweiten Israels” zu protestieren.

Trotz aller Hindernisse halten die Kurden an einer selbstbestimmten und demokratischen Zukunft fest. Sie möchten in Frieden und guter nachbarschaftlicher Beziehung leben und über ihr Schicksal selbst entscheiden.