
In Gedenken an die Opfer des Genozids von Srebrenica
Srebrenica war im Bosnienkrieg eine mehrheitlich bosniakische Stadt in Ostbosnien. 1993 erklärten die Vereinten Nationen sie zur Schutzzone. Am 11. Juli 1995 überrannten bosnisch-serbische Einheiten unter Führung von Ratko Mladić die Stadt. Was folgte, gilt bis heute als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit 1945.
In den folgenden Tagen ermordeten bosnisch-serbische Streitkräfte über 8.000 bosniakische Männer und Jungen systematisch. Internationale Truppen boten trotz des Schutzzonen-Status keinen wirksamen Schutz. Augenzeugenberichte und serbische Militäraufnahmen belegen die Verfolgung und Hinrichtung unbewaffneter Männer auf der Flucht aus Srebrenica.
Zeitgleich wurden Frauen und Mädchen systematisch sexueller Gewalt ausgesetzt, gezielt gegen ihren Körper und ihre Würde gerichtet. Viele Überlebende tragen bis heute körperliche und psychische Folgen, oft verstärkt durch gesellschaftliche Stigmatisierung.
Die juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung bleibt bis zum heutigen Tag unvollständig. Der Genozid verdeutlicht das Versagen internationaler Schutzmechanismen und die Folgen unzureichender politischer Reaktionen.
Für die Kurdische Gemeinde Deutschland ist dieser Gedenktag auch persönlich. Unsere Geschichte kennt ähnliche Narben, Massaker, Vertreibungen und den unentwegten Einsatz für Anerkennung und Gerechtigkeit. Srebrenica mahnt uns, die Lücken in der Aufarbeitung klar zu benennen und Lehren für den Schutz universeller Menschenrechte zu ziehen.