In Gedenken an die Opfer vom 11. September 2001

Heute vor 25 Jahren wurden bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York City, das Pentagon in Washington und den entführten Flug United Airlines 93 rund 3.000 Menschen ermordet, mehr als 6.000 weitere verletzt.
 
Die Anschläge des islamistischen Terrornetzwerks al-Qaida erschütterten die Welt und wurden zum Ausgangspunkt einer neuen Phase globaler Konflikte. Der Islamismus rückte ins Zentrum internationaler Politik und prägte die Auseinandersetzungen im Nahen Osten ebenso wie die Politik in Europa und den USA.
 
Die Folgen des 11. September reichen bis in die Gegenwart. Islamistischer Terror hat seither unzähligen Menschen das Leben gekostet und ganze Gesellschaften in globalem Ausmaß geprägt. Die Biografie des syrischen Übergangspräsidenten al-Sharaa verdeutlicht diese Verbindung. Unter dem Kampfnamen al-Jolani gründete er die al-Nusra-Front als syrischen Ableger von al-Qaida. Später trennte er sich von al-Qaida und avancierte vom Milizenführer zum politischen Akteur.
 
9/11 machte zugleich sichtbar, welche Konjunktur antisemitische Verschwörungserzählungen entwickeln können. Die Behauptung, Jüdinnen und Juden oder Israel steckten hinter den Anschlägen, kursiert bis heute und finden in weiten Teilen der arabischen und islamischen Welt Zustimmung. Solche Erzählungen reduzieren komplexe politische und gesellschaftliche Verhältnisse auf die Vorstellung einer verborgenen jüdischen Macht, die hinter politischen Entwicklungen und internationalen Konflikten stehe. Israelbezogener Antisemitismus bleibt eine zentrale Komponente islamistischer Propaganda, häufig verbunden mit Antiamerikanismus.
 
Ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen bleibt die Auseinandersetzung mit Islamismus eine Aufgabe freiheitlich-demokratischer Gesellschaften. Dazu gehört, jene Ideologie klar zu benennen und antisemitische Feindbilder aufrichtig zurückzuweisen. Dazu gehört jedoch auch, islamistischen Akteuren keine politische Bühne zu bieten und sie nicht durch Staatsempfänge und Gespräche zu legitimieren.
 
Die Kurdische Gemeinde Deutschland gedenkt der Menschen, die am 11. September 2001 ermordet wurden und jenen, die seither Opfer islamistischer Gewalt geworden sind.