
Gedenkveranstaltung zum 12. Jahrestag des Genozids an den Êzîdinnen und Êzîden
Am 2. August 2026 richteten die Kurdische Gemeinde Deutschland und ihr Mitgliedsverein Mala Ezdai Kalkar – Verein der Eziden am Niederrhein e. V. in Kalkar gemeinsam die Gedenkveranstaltung zum 12. Jahrestag des Genozids an den Êzîdinnen und Êzîden aus.
Am 3. August 2014 begann der Völkermord des sogenannten Islamischen Staates an der êzîdischen Gemeinschaft in Şingal. Bis heute leiden viele Überlebende noch immer unter den Folgen dieses Menschheitsverbrechens. Der Wiederaufbau Şingals und sichere Lebensperspektiven bleiben zentrale Herausforderungen.
Die Veranstaltung wurde musikalisch von Bedil Brahim eröffnet. Nach einer Schweigeminute führte Khanda Daudi, stellvertretende Generalsekretärin der Kurdischen Gemeinde Deutschland, durch das Programm.
Es sprachen Pîr Brahîm Şaro, Vorsitzender von Mala Ezdai Kalkar, Jemal Ismael, stellvertretender Vorsitzender, sowie Cahit Başar, Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland. Başar erinnerte daran, dass der Genozid Teil einer langen Geschichte der Verfolgung der êzîdischen Gemeinschaft ist. Er würdigte den Widerstand der kurdischen und êzîdischen Selbstverteidigungskräfte gegen den IS und betonte die politische Verantwortung für den Schutz der Êzîden, den Wiederaufbau Şingals und den Kampf gegen Islamismus. Zugleich dankte er Deutschland für die Aufnahme vieler Überlebender und die Unterstützung im Kampf gegen den IS.
Zu den weiteren Rednern gehörten Christoph Gerwers, Landrat des Kreises Kleve, Wibke Brems MdL, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Nordrhein Westfalen, Dr. Günther Bergmann MdL, Peter Blumenrath MdL sowie der Journalist und Beiratsmitglied Tobias Huch. Sie erinnerten an die Opfer, warnten vor dem Vergessen und forderten Schutz, Wiederaufbau und verlässliche Perspektiven für die Êzîdinnen und Êzîden. Die Bürgermeisterin der Stadt Kalkar, Dr. Alexandra Schacky, wurde durch Carsten Naß vertreten.
Zum Abschluss zeigte ein Kurzfilm das Leid der Opfer und Überlebenden sowie die internationale Solidarität mit der êzîdischen Gemeinschaft.
Zwölf Jahre nach dem Genozid bleibt unsere Botschaft klar: Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. Şingal darf nicht vergessen werden.
